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Dienstag, 31. August 2010

ABER ES İST MEHR...



Es ist Hoffnung,
wiedergefundene Hoffnung,
auf etwas,
von dem ich nicht einmal
als Kind gewusst habe, was es ist.

Wer seine Träume vergisst,
der stirbt von innen.

Doch ich lebe...

...ich lebe die Träume
in der Realität,
und mache die Wirklichkeit mir zum Traum,
so dass ich nie Angst haben muss,
ich könnte aus dem Traum,
den ich lebe, aufwachen,
und ich werde nie aufwachen,
denn der Traum ist das Leben,
und das Kind in mir ist unsterblich,
es wird ewig das Leben träumen,
denn ich lebe meine Träume,
und ich träume mein Leben...

...und ich bin glücklich.

Wolfgang-Imre Brunsch, 2001



Samstag, 21. August 2010

Zweiter Morgen

.

Der Knabe, der suchend
den feuerhellen
Morgenschlaf erwartet,
trifft erschrocken auf den Tod,
der auf grauer Strasse lauert.

Zieht er in die Ferne
mit den flügellosen Wesen,
die in den Wolken tanzen,
oder stirbt er einsam
in Mutters Armen?

Balde der Frauen Klage
an schwarzer Friedhofsmauer hallt,
doch am braunen Erdwurf,
der eines Knaben Leichnam birgt,
ein liebend Mädchen Tränen lacht.


Wolfgang-Imre Brunsch, 1996


.

Dienstag, 10. August 2010

... der wert der worte ... (angepasst)

...gut? ja, sicher, einzig so ...und gut...?


alles verwittert,
alles vergeht,
verschimmelt,
zerfällt und verfällt,
zerzauset sich,
verwettert,
verflüchtigt sich...

buch,
akte,
offen, gesiegelt, versiegelt,
brief und geheft,
getipptes, signiertes, von hand, maschinell,
dahingerafft, vergessen, verschleudert,
vernachlässigt, verachtet, verfehmt,
vernichtet, vernichtet, vernichtet...

schön, während fehlgelupfte palimpseste,
papyri, lederhäute, kartondeckel,
sich taub einfädeln in den kreislauf,
aufseufzen und schreien,
selbst stelen, steinzeuge,
sich zersetzen,
schluchzt selektives bewusstsein selektiv auf?

floppy-disc, zeit-verzögert-sinnlos,
cd-rom, daten-cd who knows what it keeps,
secrets, eins und eins, bilder, wort-bilder,
bild-worte, filme, sequenzen, zeiten,
verschlupfen ins nichts,
verduften stromlos,
verschlupfen,
un-da, nicht-existent dahinschwindend,
zerstampft ohne stampf...

zeitlos versickert in ungnade....
wer wohl wollte, wenn nicht man selbst.
wer läse denn dieses und jenes,
wo schwelt interesse....

Sonntag, 8. August 2010

.


der wert der worte

leicht und schwer - klang oder schrift

verflüchtig sich - nicht?



.
Ich danke Juergen Kuehn für dieses
Kommentargedicht:

Jedes meiner Worte stolpert,
schon während ich schreibe,
unbewohnt in die Vergangenheit.

Schon die Gedanken verschwanden,
bevor ich sie niederschrieb, beinahe
unzugänglich in ihrer Einsamkeit.

Selbst das Bild dazu enteilte,
früher als mir lieb war, flüchtig
flimmernd ins Perfektum.

Es sorgt mich das falsche Wort,
gar ausgesprochen, das unlöschbar
in Vergangenheit und Zukunft wirkt.


.