Samstag, 16. Juni 2012

my turf - Wortspiel - Gedankenspiele II



mein torf ist dieses kleine areal,
 
nicht weit, nur hier und jetzt, ein minimum,
 
ob sommer, winter, frühling oder herbstlich licht,
 
ob aufgefrischt, ob dunkel, hell, ob fahl,
 
ob weit be-brüllt, ob einfach nur still-schweigend-stumm,
 
zerschunden, bloßgekratzt, ob weihnachtlich geschmückt,
 

in dieser, meiner welt bin ich mir selbst entrückt,
 
bin beischlaf-trunken musenhaft bestückt,
 
verträumt im wortpark meiner wahl,
 
und frag mich, sag ich’s oder sag ich’s nicht...



.

Freitag, 1. Juni 2012

- zustandsbeschreibung -




Fragment ...wird weiter bearbeitet:



es sind die erkenntnisse

im zwangsbefristeten raum

die uns beschweren

die wir, von scham erfüllt,

nur stammelnd

einander gestehen.

wie sind wir doch roh, so roh,

blutig-gekratzt,

bis auf die knochenhaut der seele.



gottlos geworden –



kläglich steh ich im niemandskleid

aus zerrupftem krähengefieder

(erinnerungsfetzen verblassender filmschnitte,

nicht mehr zu ertastender lebens-ich-sequenzen -

was hat sich alles dazwischengeschoben,

hat mich von mir selbst entfernt)

und weinen nützt nichts mehr.



schreien vielleicht…

draußen im wald!

doch der ist fremd,

ist nicht heimatlich.



gäbe es denn trost im heimatlichen wald?

dort, wo wir den kuckuck hörten,

den ersten, den der vater bewertete:

frühling ist’s, darfst barfuß gehen, kind, jetzt!



wer war damals gott?

war es der vater, die mutter, die luft, 

das über-drüber-ideen-stoff-gebilde

aus vertrauen und liebe,

froh, lichthell, bezaubert, so stark,

dass es die zukunft fühlte,

bei jedem schritt,

barfüßig selbst zukunft war.



das innere und äußere jetzt,

geschrumpfte dimensionen

sich stetig weiter verengend.
atmend ein zeit-surrogat.




to be continued... 

Ich danke Bernhard Albrecht für sein

Kommentargedicht: 


...

Niemandskleid


Blind tastend bewegst Du Dich
durch das Nebelmeer,
der Bodenlosigkeit ausgeliefert,
angstvoll den Atem innehaltend.


Du spürst von innen die Hände,
die an Deinem Niemandskleid weben,
weisst aus unerklärlicher Zielsicherheit
mit erschreckender Klarsicht,
dass in Dir allein der Angelpunkt liegt,
durch den das Blatt der Entscheidung
sich wenden lässt.


Wirst Du die innere Not aufheben,
erwachend im Ich - Dir mutig Weisung geben?!


...

© Bernhard Albrecht, 06.06.2012