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DIESES BLOG WIRD ARCHIVIERT vom DEUTSCHEN LITERATUR ARCHIV MARBACH

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Deutsches LiteraturArchiv Marbach

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Freitag, 10. Dezember 2010

ein wehmütiger fluchtgesang


...an dıesem punkt, hör zu,
da kam der tod...

so unerwartet, kam,

(dıe würfel warn gefallen)
und rıss den punkt
und riss dıe welt,
(so feın gebaut, so feın geplant,
so feın gedacht, so feın gemacht)
ganz eınfach ab...

zerrıssne welt,

des irrsinns opfergeld,
ist abgerıssen,
wıe eın bild,
kalenderblatt,
herzblatt,
herzblut,
lebensader,
lebensglut,
rıss alles hın,
den strom,
ımpuls,
lebendıg lustıg lıcht,
versıckert,
trost ıst nıcht,
nur leıdgeflüster,
leıdgeraune,
leıdgeschluchze,
leıdgeseufze,
leıdgejammer,
schmerzensschreıe...

was vermag die peın zu stıllen,

wer baut brücken hın zum atemhauch,
dem blick, dem süssen kuss,
dem allerletzten wort,
dem klang der schrıtte...

...so kalt lıegt sonne auf der haut...



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Mittwoch, 8. Dezember 2010

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heimweg

im dekolleté

die wassertropfen



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Dienstag, 7. Dezember 2010

rückblick

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weißt du, wie es war, liebster,

als wir des fliegens noch mächtig?
über die grenzen des ichs
ging es dahin,
schiffen gleich
die sich im licht des himmels
verschwindend
auflösen
und entziehn dem verharrenden blick...

der schweiß der pferde
war uns so fern
wie das keuchen der träger
und das knarren der tür,
die sich hinschiebt
über das gedächtnis der zeit.

winterlich schenken wir jetzt,
gefällt vor dem baum der erkenntnis,
einander nur zaghafte blicke
und weinen uns zu wie zecher,
die das grauen des morgens vereint.
so matt ist die seele...

wo, wenn schnee fällt

und frost die halme zersplittert,
ist jetzt die mutter, die mir den bratapfel füllt
- mit süßen rosinen -
und mich dann anschaut und lächelt,
wenn ich ihn esse, im warmen,
ich, das verlorene kind.


(aus meinem fundus der 80iger jahre)


Sonntag, 5. Dezember 2010

wandlung

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Schlittenfahrt-

plötzlich im eisigen Hauch

glühende Wandlung


12. 01. 2009
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...im LUXARIUM eine empfehlenswerte diskussion,
die das ringen um haiku recht gut dokumentiert...


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Donnerstag, 2. Dezember 2010

WANDLUNG

WANDLUNG

Das Jetzt, Klang aus gläsernem Eis,
schmerzt, wenn die Sonne kommt,
tausendfach funkelnd, in eisblauer Luft.

Froststarr und weißgestäubt die Welt.
Stimmen von Licht flüstert der Raureif,
Eissaiten, weißblauer Duft.

Ohne Schlitten flieg ich dahin,
kein Schatten im Schnee,
windstill im Eiseshauch.

Glasklarer Glanz
und Luft und Licht
durchfluten mich.

...und schmerzhaft reißt die Lippe auf,
die blanke Träne zerrt am Lid...

Der klargespannte Augenblick,
zersplittert das Gespinst aus Zeit!

Geweiht ist er!

Ist er geweiht?

Ins Eislicht gnadenlos getaucht,
erfroren fast, die Sinne weit,
bin ich, das Opfer, taumelnd, atemlos,
durchglüht, durchpulst, Sekundensprung,
im Feuerkäfig der Erinnerung.

Wo keine Kälteschmerzen sind,
bin staunend ich noch einmal Kind...

Das Handy schreit.




erste version 1972 - letzte 1998

Mittwoch, 1. Dezember 2010




geblendet

im frostblauen licht lauschst du

den liedern der eiskinder

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Dienstag, 30. November 2010

Donnerstag, 25. November 2010

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vom atem getaut

eiskristalle fingerbreit -

ein leichenwagen...


als zöge der frost herein


tastet die hand nach dem schal




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Sonntag, 21. November 2010

novemberblues... von veredit - siehe dort

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grau in grau greift nach dem wald novemberblues



veredit


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Samstag, 20. November 2010

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die nacht im schraubstock

auf meiner decke

mein kätzchen schnurrt



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Montag, 15. November 2010

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deutschland von oben

god's deep breath between dances

just a leap from now...



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...mein bescheidener Beitrag zu Hans-Jürgen Goehrungs Haiku - siehe dort

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schnürdelregen

klick-klick - klick-klack

singen die stricknadeln



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matt der himmel

atmen im novemberfön

so langsam ihr gang...


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Mittwoch, 10. November 2010

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kartoffelfeuer

die augen der kinder

hinter dem fenster




autumn fire

the children's eyes

behind the window



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Montag, 8. November 2010

M U S I K



Musik

Ohne Unterlass
plätschern die Tropfen vom Dach
Wasserklanglieder

Wasserklanglieder
tönen - Singsang monoton
Auftakt und Ende

Auftakt und Ende
nur dieses eine: Plitsch - Platsch
zögernd und mutig

Zögernd und mutig:
Lustvoll saugende Phrase -
mit heftigem Tusch

Mit heftigem Tusch
beginnt der Sturm den Wirbel
zerreißt das Motiv

Zerreißt das Motiv
trommelt mit krachendem Schlag
schnarrt in den Balken

Schnarrt in den Balken,
säuselt in Winkeln und Dach
in Variation

In Variation
mischen sich Regen und Sturm
Ganz ohne Pausen

Ganz ohne Pausen
Singsang und Trommeln und Tusch
Wasserklanglieder

Wasserklanglieder
plätschern die Tropfen vom Dach
ohne Unterlass



2008
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Sonntag, 7. November 2010

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im bratwursthäusl

hinter dem fettdunst

ihr müder blick




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Freitag, 5. November 2010



die alte zeichnung

auf pappe hingehuscht

...zurückdrehn die zeit...



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Mittwoch, 3. November 2010

FRIEDHOF OBERNBREIT


blatt um blatt wortlose zeugen





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Dienstag, 2. November 2010

Haikuwerkstatt

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ein schwebendes blatt versponnen im altweibersommer





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...erarbeitet in Haikuwerkstatt - http://www.haiku.de