alle gedichte, fotos, bilder und texte auf diesem blog sind von gabriele brunsch / LadyArt erstellt, andere autoren sind besonders genannt. nicht nur das gesetzliche,auch das aus moralischen gründen zu respektierende urheberrecht gilt hier – obgleich nur der zufall das vergehen aufdecken könnte,aber ist die welt nicht voller zufälle -
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Sonntag, 16. Januar 2011
Dauergrinsen
Im Dauergrinsen erstarrt,
ist das Lachen schrille Fassade,
potjomkinsche Maskerade
bis unter die Nase,
happiness pur
nur
happiness pur...
Wenn der Spiegel das
andere Gesicht zeigt,
das echte (wie es auch sei),
müde und leergegrinst,
müde und leergelacht,
müde und ereignisleer,
gleitet der Blick drüber,
über das Gesicht,
mit Augen
und Nase
und Mund
und Wangen
und Kinn
und Falten...
und für Sekunden
(vielleicht)
flackert Erkennen,
was, das bin ich auch,
(vielleicht)
blitzt Erkenntnis auf,
Entsetzen!
Doch dann, im Aufbäumen
des Willens, in der Verweigerung
der Annahme, nein, so nicht,
zischen sie wieder hoch,
die Winkel des Mundes,
Lippen entblößen Zähne
und das Lachen ist wieder da,
und spricht zu den Augen,
laut und ermunternd,
was, bitte, willst du,
alles ist super, nicht wahr?
Freitag, 14. Januar 2011
Mittwoch, 12. Januar 2011
..du und ich...
ich bin ich, wenn ich hier bin
ich bin ich, wenn ich dort bin
du bist du, wenn du hier bist
du bist du, wenn du fort bist
mir geht es gut, wenn ich hier bin
mir geht es gut, wenn ich dort bin
dir geht es gut, wenn du dort bist
dir geht es gut, wenn du hier bist
bist du hier, geht es mir schlecht
bist du hier, geht es dir gut
bist du dort, geht es mir gut
ich bin immer ich, bist du hier oder dort
du bist immer du, bist du hier oder dort
du bist du, wenn du hier bist, oder wenn du weg bist
ich bin immer ich, wenn ich hier bin oder dort bin.
.
Dienstag, 11. Januar 2011
..."dazwischen" - kommentargedicht zu miros WORT ...
für miro:
doch wir sehnen uns
nach dem "d a z w i s c h e n"
nach dem nicht makellosen bild,
aber dem, was das auge nährt,
nach dem duft, der angenehm,
verheißungsvoll, beruhigend,
der nach leben riecht,
und dem klang, welcher der stimme
der mutter gleicht, vielleicht,
oder der geliebten, der ersten,
die einmal sagte...
diese stunde mit dir war schön...
...als kinder erhalten wir bilder, klänge und düfte
und sie sagen uns: schau, nimm, so ist die welt,
und sie ist gut...
später wird uns bewusst, dass das bild fleckig ist,
der duft ein gestank und der klang nichts als lärm...
doch wir sehnen uns
nach dem "d a z w i s c h e n"
nach dem nicht makellosen bild,
aber dem, was das auge nährt,
nach dem duft, der angenehm,
verheißungsvoll, beruhigend,
der nach leben riecht,
und dem klang, welcher der stimme
der mutter gleicht, vielleicht,
oder der geliebten, der ersten,
die einmal sagte...
diese stunde mit dir war schön...
gabriele brunsch
Montag, 10. Januar 2011
...von der überschwemmung am fluss
von der Überschwemmung am Fluss
Über die Ufer geht der Fluss,
Wasserfluten lecken braunbrühig, verächtlich,
keuchend watet angstvoll der einsame Mann
vom Stall hin zum Haus,
ihm schlägt der bittere Schlick durch das Tor,
diesmal steigt's schneller, denkt er, und er friert.
Enten dümpeln im Buschwerk,
knietief hüpfen Kinder, passt auf, da sind Löcher überall.
Gierig warten die Luken und Spalten,
lichtloser Himmel, braunbrühig, teilnahmsleer,
und das Wasser steigt, denkt hinterm Vorhang die Frau,
fröstelnd setzt sie sich Tee auf.
Vergeblich, wieder ein Regen und gibt nicht nach,
Himmel und Flussbett, braunbrühig, verschlungen,
quellen tänzelnd vom Stall in die Betten,
zur Unzeit vereinigt und wild.
Wie ein Fluch ist's, der die Wände zerreißt,
denkt schaudernd und zitternd das Mädchen und weint.
Des nachts kriechen sie oben in feuchte Laken,
lauschen dem Blubbern und Glucksen,
nimmts ab oder schwillts, braunbrühig, finster,
sinken steinschwer in den todgleichen Schlaf.
Wie Treibgut gerettet die Habe,
Treibgut ich selber, denkt fiebernd der Jüngling, und schluchzt.
Wenn nur das Licht wäre und die Farben braunbrühig, stumpf,
könnte man denken die Welt sei schon tot, sei schon ersoffen,
aufgedunsen, zersetzt, in zerfasterten Lumpen,
von Fischen zerrupft ihre Haut.
von Fischen zerrupft ihre Haut.
Doch es steigt weiter, das Wasser, leckt in die Keller,
schneller als sonst, denkt die Greisin im Tor, und wendet sich ab..
Freitag, 7. Januar 2011
...meines winters qual
meines winters qual
all mein begehren atmet
die sehnsucht nach grün
26. 09. 2009
Luxarium
...es wäre wichtig zu bemerken, dass dieser vers zwar in den silben 5/7/5 gefasst ist, aber nach den strengen regeln der haikuliga,
doch k e i n haiku!
nun ist das aber, wie einige andere versformen, eine, die ich besonders liebe...
drum dichte ich gerne in dieser silbenanzahl, oder in einer anderen z.B. 9/7/4
(meine erfindung siehe
h i e r )
und freue mich, wenn ein gedicht entsteht.
ob eine wichtige poetik dazu nun kluges oder unkluges weiß, ist mir einerlei.
jedoch bemühe ich mich trotzdem, so ganz nebenbei, auch HAIKU zu schreiben, und das ist besonders schwer, denn wo haiku drauf steht, ist leider nicht immer haiku drin!
...es wäre wichtig zu bemerken, dass dieser vers zwar in den silben 5/7/5 gefasst ist, aber nach den strengen regeln der haikuliga,
doch k e i n haiku!
nun ist das aber, wie einige andere versformen, eine, die ich besonders liebe...
drum dichte ich gerne in dieser silbenanzahl, oder in einer anderen z.B. 9/7/4
(meine erfindung siehe
h i e r )
und freue mich, wenn ein gedicht entsteht.
ob eine wichtige poetik dazu nun kluges oder unkluges weiß, ist mir einerlei.
jedoch bemühe ich mich trotzdem, so ganz nebenbei, auch HAIKU zu schreiben, und das ist besonders schwer, denn wo haiku drauf steht, ist leider nicht immer haiku drin!
...wir haben nur diese worte,
....
andere gibt es nicht.
aber der künstler vermag
aus diesem bekannten stoff,
(der sich so lässig verbraucht)
einzig fantastischen stoff
zu knüpfen.
wenn er denn handwerk,
wenn er denn handwerklich,
handwerklich sprachhandwerk,
wenn er des sprachzaubers mächtig
wort - bild - gehalt
philosophisch verbrämt
und verquickt
und vermischt
und...
verhüllt...
aber so
kriegen wir
oft
nur
lose
flatternde
flausen
...
wahllos
zusammengefügtes gelaber
sinnlos vereintes.
das nicht befriedigt...
...
sind wir doch suchende...
...
kristallines gestein
edel - schimmernd...
aber so selten
ist
dieses
wunder
....
andere gibt es nicht.
aber der künstler vermag
aus diesem bekannten stoff,
(der sich so lässig verbraucht)
einzig fantastischen stoff
zu knüpfen.
wenn er denn handwerk,
wenn er denn handwerklich,
handwerklich sprachhandwerk,
wenn er des sprachzaubers mächtig
wort - bild - gehalt
philosophisch verbrämt
und verquickt
und vermischt
und...
verhüllt...
aber so
kriegen wir
oft
nur
lose
flatternde
flausen
...
wahllos
zusammengefügtes gelaber
sinnlos vereintes.
das nicht befriedigt...
...
sind wir doch suchende...
...
kristallines gestein
edel - schimmernd...
aber so selten
ist
dieses
wunder
Donnerstag, 6. Januar 2011
im schattenwirbel....
.
wir schlagen brücken zwischen den welten,
zwischen der kleinen flucht und dem ozean,
mühsam unser bestreben...
wie doch die wellen hochschlagen, wie sie uns streifen,
unverstand zwingt uns ins joch... zwingt uns...
ach...
zwischen der kleinen flucht und dem ozean,
mühsam unser bestreben...
wie doch die wellen hochschlagen, wie sie uns streifen,
unverstand zwingt uns ins joch... zwingt uns...
ach...
.
Dienstag, 4. Januar 2011
in den weinbergen
rechts außen im bild,
im schnee bei den reben
ein stelzenmonster...
oder
durch winterreben
helles grau auf reinstem weiß
ein stelzenmonster
.
oder
durch winterreben
helles grau auf reinstem weiß
ein stelzenmonster
.
Samstag, 1. Januar 2011
wasserspeier* sprüht
gläserne morgengabe
fontänen aus eis
gläserne morgengabe
fontänen aus eis
my gargoyle's spraying
a morning gift
fountains of ice
.
*gargoyle/gargoyl = wasserspeier
.
klaus stutes verbesserungsvorschlag aus dem luxarium:
http://www.luxarium.ch/luxarium-haiku-wordicht-forum/haiku.html
mein wasserspeier versprüht die morgengabe aus eis
klaus stutes english version slightly altered:
well done
the icy morning gift
poor gargoyle
meine rückübersetzung:
gut gemacht
die eisige morgengabe
armer wasserspeier
a morning gift
fountains of ice
.
*gargoyle/gargoyl = wasserspeier
.
klaus stutes verbesserungsvorschlag aus dem luxarium:
http://www.luxarium.ch/luxarium-haiku-wordicht-forum/haiku.html
mein wasserspeier versprüht die morgengabe aus eis
klaus stutes english version slightly altered:
well done
the icy morning gift
poor gargoyle
meine rückübersetzung:
gut gemacht
die eisige morgengabe
armer wasserspeier
Donnerstag, 30. Dezember 2010
ich setzt die schritte neu, und ging...
die felder, wälder weiß gestillt
mit dieser dicken kalten schicht,
sie sprachen nicht, sie klagten nicht,
ein endlos schweigen in dem licht...
.
der himmel fließt lichtblau vereist,
so makellos, so rein so klar,
kein vogel stiebt ins firmament,
mir ist der tag so sonderbar.
.
bin ganz in weiß hineingetaucht,
betäubt vom rausch in weiß und blau,
spurlos der schnee, ein endlos weiß,
ein weiß, das nichts von grenzen weiß.
.
es stößt an himmel wolkenlos,
verschwimmt mit diesem satten blau,
ermattet bleib ich zitternd stehn,
und flüster, schau nur, schau...
.
das weiß veratmet winterduft,
ein eisig-weißes lichtgespinst,
das tief im damals sich verfängt
und mir ein bild der kindheit schenkt...
.
die spur ist da, ein faden nur,
seiden und weiß im weißen feld,
ich nehm ihn auf, und geh ihm nach,
geblendet von der andren welt...
.
die felder, wälder neu erwacht
vom schlaf in frostig-kalter schicht,
sie rufen, singen, locken mich,
benommen folg ich dieser pracht...
.
Freitag, 24. Dezember 2010
...s’ist eisig, eisig, bitterlich
.
...s’ist eisig, eisig, bitterlich
wind treibt den schnee wie gischt.
ins weißlich grau der himmel mischt
ein seltsam-seltsam glitzerlicht,
das mischt sich in die weiße gischt,
spricht flüsternd, wär ich weihnachtlich,
so bitter wär die kälte nicht,
so eisig wär sie nicht...!
ich bitt hinein ins weiße licht,
das sich so seltsam gräulich mischt,
schick mir von deinem zauberlicht,
weil’s mir ganz tief im herzen sticht,
sei weihnachtlich, sei weihnachtlich,
so bitter wär die kälte nicht,
so eisig wär sie nicht...!
die eisig fahle weiße schicht,
(wind treibt den schnee wie gischt)
sich grau mit schwärzlich-grau vermischt.
erst zaghaft gleist das glitzerlicht,
dann diamanten eisiglich,
nur kalt, nur kalt, nicht weihnachtlich,
nicht wärmt der schein,
er schimmert nicht,
muss bitter kalt, muss eisig sein...
.
.
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Dienstag, 21. Dezember 2010
Samstag, 18. Dezember 2010
.
eingeschnürt
die gedanken und die begierden
eingeschnürt
die gedanken und die begierden
und das herz, das schwache,
zurechtgewiesen.
siehst du, wie er tief hängt,
der nebel, der rauch,
über den dächern,
und der atem geht schwer.
hier ist es so dunkel, jetzt.
draußen und drinnen so dunkel.
aber die tage glänzen dahin,
vergoldet.
wie nur kann ich die stunde ertragen...
.
zurechtgewiesen.
siehst du, wie er tief hängt,
der nebel, der rauch,
über den dächern,
und der atem geht schwer.
hier ist es so dunkel, jetzt.
draußen und drinnen so dunkel.
aber die tage glänzen dahin,
vergoldet.
wie nur kann ich die stunde ertragen...
.
Dienstag, 14. Dezember 2010
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