alle gedichte, fotos, bilder und texte auf diesem blog sind von gabriele brunsch / LadyArt erstellt, andere autoren sind besonders genannt. nicht nur das gesetzliche,auch das aus moralischen gründen zu respektierende urheberrecht gilt hier – obgleich nur der zufall das vergehen aufdecken könnte,aber ist die welt nicht voller zufälle -
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GEOCITIES
Freitag, 26. August 2011
erlauschtes gespräch
erlauschtes gespräch
die welt verschwimmt hinter milchglas,
aber in meinem fall sind es zuckersüße scheiben,
Mittwoch, 24. August 2011
versuch...
ich spür den regen, bitterkalt,
doch hältst du meine hand,
musik sie dringt,
ich geh, im takt,
von pflasterstein zu pflasterstein,
ich hüpf von wand zu wand...
die seitenstraße ist das lied
es ist magie, der zauber schwingt,
ich folge ihr, melancholie,
ich bin verführt, ich bin erlöst,
das trugbild lockt und singt...
da ist nichts mehr,
nur regeneis, ich bin im ton verstummt,
ich taste mich von wand zu wand,
die luft selbst ist mir unbekannt...
dies ist verlust, ist schmerz, betrug.
hab falsch geträumt.
glückseligkeit -
ein taumel wilder illusion -
hat mich verführt.
könnt mich verwandeln,
könnt das sein?
im clownsgewand,
im totenkleid,
verjüngt-nirvana-schön
und rein?
das narrenspiel ist ausgeträumt,
der tag, die nacht, ist nur fiktion,
ist mummenschanz, der große!
entpuppt, entfaltet, neu gemacht...
durch deinen kuss?
dass ich net lach...
nix wars mit metamorphose.....
Labels:haiku, non-haiku
fünf-worte-gedicht,
impression
Dienstag, 16. August 2011
LEGASTHENIE
Worte sind Blumen, das Moos, ein Falter,
Worte sind Bäume, sind Blätter im Wind,
Worte sind Farbe, tiefdunkel und hell,
Worte sind Blüten an bebenden Zweigen,
Worte sind Funkeln am plätschernden Quell.
Worte sind Klänge, ein Zwitschern, ein Hall,
Worte sind Gärten: sie duften, sie leben,
sind ein Geheimnis aus Zauber und Schall.
Der Text ist ein Berg aus Felsengestein,
Irrgarten aus Steinen, da sollst du hinein.
Jemand sagt, „Steig da hinauf, steig auf den Berg,
du wirst mit jedem Schritt atmen:
die Blumen, den Duft, die Farbe, die Pracht!
Die Welt wird sich öffnen, mit Wunder und Macht!
Nur zu… versuch es… es ist nicht schwer!
Am Fuße des Berges ist’s öde und leer!“
Buchstaben sind Steine, sind felsige Brocken,
am Hang des Berges! Nicht achtlos verstreut,
formlos bizarr, in endlosen Linien,
liegen sie da, auf dem Weg aufgereiht,
lauern gestaltlos, mit dunkler Gebärde,
hindern den Schritt, verdunkeln die Sicht.
Mit stolperndem Tapsen beginnst du zu gehen.
Du möchtest nicht weiter, ein Ziel siehst du nicht.
Du gehst ein paar Schritte, du willst hinauf,
doch diese Steine behindern den Lauf.
Da ein Stein und dort ein Stein!
Die sollen dich lenken?
Das kann doch nicht sein!
Da ist dieser Nebel,
düsterer, grau-brauner dichtester Dunst,
den zu durchdringen, das ist die Kunst.
Nichts siehst du mehr, was soll denn das?
Nur wirre Spuren, das macht keinen Spaß!
Dann bist du oben, du fühlst dich so leer,
am Gipfel des Berges, der Aufstieg war schwer!
Buchstaben sind Steine und felsige Brocken
aber die Worte, der Klang und der Duft
bleiben versteckt hinter nebligen Schranken,
stumpf sind sie, blind, in lichtloser Luft.
Du, ich setz mich zu dir und lese dir vor…
Worte von Farben, von gelb, grün und blau,
Worte vom Licht, das sich spiegelt im Tau,
Worte vom Mut, von Freiheit und Pflicht,
vom Vogel am Nestrand:
„Flieg ich jetzt … oder flieg ich noch nicht!“
Sei nicht verzagt, wir steigen ganz langsam,
gemeinsam gehen wir Schritt für Schritt ,
von Stein zu Stein, von hier nach dort,
und pusten den Nebel, die felsigen Hürden,
mit unseren Träumen – ganz einfach fort!
2007
Gabriele Brunsch
Donnerstag, 11. August 2011
niemals-bewältigung
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die treppe steige ich verzagt hinab,
die stadt, in der ich einst gelebt,
saugt mich in ihren bauch hinein,
vom ubahnschacht das rauschen
ferner eisenleiber,
im mittelpunkt der menge
...und allein...
auf einmal ist die zeit verrückt,
mich packen klang und luft. ein blick.
verlangsamt - aus vergessenheit
ein satz, ein wort, ein kühler hauch,
mit zugwind, aus der dunkelheit,
nur stockend, zögerlich.
tick-tack... tack-tack...
ertaste ich die bilderflut,
und spür den klammen schmerz,
die angst, die not, die kalte wut.
den willen lähmt sie mir, den tauben,
ich schüttle mich, ich wehre mich.
erinnerung sie klebt an mir
wie zuckersüßer, träger saft
von schimmelfaulen trauben....
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Dienstag, 9. August 2011
hommage an AMY WINEHOUSE

(copyright gesine imhof 2011)
TIEFER
was geschah in diesen hunderttausend augenblicken
die sie lebte bebte zitterte erfror
was geschah in diesen hunderttausend augenblicken
als sie sich im wilden schmerz verlor
fing die einsamkeit die kälte einfach an im takt
einen schritt von weich nach hart
von warm nach kalt von kalt nach nackt?
was geschah denn dass als rinnsal ihre seele
langsam tropfend dort im niemandsland verschwand,
was geschah in diesen hunderttausend augenblicken,
hinter dieser kinderstirne
dieser kleinen unscheinbaren wand...
wer zwang ihr die seele aus dem leib
wer schält ab die haut aus selbstwertzuversicht
zerschmettert die gefühlstentakeln
zerrt am ich so lange, bis es bricht
hunderttausend augenblicke
hunderttausend satzsequenzen
hunderttausend bildsequenzen
hunderttausend aktsequenzen
hunderttausend ich in allem
hunderttausend ich und nirgends
hunderttausend ich und ich
hunderttausend suchaktionen
hunderttausend ohne dich...
(copyright gabriele brunsch 2009)
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(copyright gesine imhof 2011)
(img:265053710174938)
(copyright gesine imhof 2011)
Labels:haiku, non-haiku
wort und bild
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