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Donnerstag, 13. November 2014

PSALM

...während einer Diskussion mit einem Theologen bei FB erinnerte ich mich an dieses Gedicht, das ich 16jährig schrieb, nachdem ich von der Verfolgung der Juden im 3. Reich erfahren hatte und der Schuld der Elterngeneration und mich in unendlichen Seelennöten befand, haderte und zürnte und verzweifelt war, den charismatischen Glauben in Kindheit und Pubertät wie Scherben in meinen blutigen Fingern hielt:

Psalm 

Das Licht der strahlenden Augen aufgehoben
über die Macht der Berge, steil und weit,
hin zu den endlosen Horizonten,
nach Hilfe schmachtend und flehend,
gequält, im Lächeln der Sonne
und die Zunge trocken und matt. 

Die Bitte nach Hilfe schreiend,
in die tobenden Täler, tief und weit
hinein in die glutvolle Feuersbrunst,
dürstend nach göttlichem Zeichen
erstickend im himmlischen Dunst
und die Hände zu Asche zerfallen. 


Nur, der Angerufene schweigt,
hebt seine göttlichen Lider
schwer vom ewigen Traum
fleht um der Lügen Vergebung
schleudert ein Kreuz in den Raum
und weint in greiser Erstarrung! 


© Gabriele Brunsch


...ich wurde gefragt, ob ich es nicht veröffentlicht hätte. Hier meine Antwort:

Nein, da ich andere Menschen in meinem Umfeld, die nicht diese Seelenqualen durchgemacht haben, nicht verunsichern wollte. Ich sage ja, dass ich als Kind beim Beten schwebte, ich glaubte, mystisch gefangen und beseelt... das wollte ich niemandem nehmen mit meinen Zweifeln.

Kommentare:

  1. Liebe Gabriele,

    das sind sehr persönliche Zeilen, die mich berühren und mitfühlen lassen.
    Danke, dass du sie nun mit uns geteilt hast.

    liebe Grüße
    Eva

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  2. Liebe Eva, ja, es war mir wichtig, das hervorzuholen - es war mir gar nicht bewusst, dass es anderen gefallen könnte.

    liebe Grüße
    Gabriele

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    1. liebe Gabriele ... und DOCH gefällt es anderen auch ..mir nämlich ... beim Beten schweben . hätte ich in diesem Alter auch und mit 16 wollte ich ins Kloster aber der Familienrat beschloss etwas anderes ... gut so, meine ich heute .... liebe Grüße Ursa

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