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Samstag, 28. November 2015

"Micha Kuchenschreck und die Lebkuchenteenies" - zauberhafte Weihnachtsgeschichte von Gabriele Brunsch

Das Papiertheater Kitzingen präsentiert:

"Micha Kuchenschreck und die Lebkuchenteenies"

eine zauberhafte Weihnachtsgeschichte für Jung und Alt ab 6 Jahren,
geschrieben und für das Theater mit Szenen und Figuren geschaffen von

Gabriele Brunsch 





Es ist der 22. Dezember, heute ist die Nacht der Wintersonnenwende und noch dazu wird der Vollmond am Himmel stehen. Dass in so einer Nacht allerhand schief gehen kann, davon ahnt der Bäckerjunge Michael am späten Nachmittag jedoch noch gar nichts...




                                                  

Szene 1: Winterspaziergang am Mainkai



Szene 2: Auf dem Kirchplatz - Orgelklänge


Szene 7: Im Morgengrauen

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Zittern


Warum zitterst Du schon,
kleine Seele, Heldenfalter,
im dämmrigen Dunkel
und Schattengrau?
Spürst Du,
in den reichen Stunden
der Gut-Zeit und Wohl-Zeit
im Blau dieser Schön-Zeit
das Raunen der Not-Zeit
der Krieg-Zeit
und Tod-Zeit?

Samstag, 19. September 2015

Der fliegende Holländer - im Papiertheater Kitzingen

Ein Verfluchter auf der Suche nach Liebe

Er versucht, Gott und den Kräften der Natur zu trotzen. Er verflucht alle und alles – und scheitert grandios. Seitdem ist er dazu verdammt, für immer und ewig mit seinem Geisterschiff auf den Weltmeeren zu kreuzen. Und jedem, dem dieses Schiff mit schwarzem Mast und blutroten Segeln begegnet, ist Unglück vorbestimmt.



Gruselig: Der „Fliegende Holländer“ muss mit seinem Geisterschiff auf den Weltmeeren herumsegeln – es sei denn, er findet eine Frau, die ihn liebt und ihm treu ist. Foto: Gabriele Brunsch




Behutsam werden der Holländer, Erik und Senta in Szene gesetzt. Dies sind die letzten Minuten im Leben der jungen Frau. Erik versucht verzweifelt, sie von ihrem Wahn, dem Holländer zu folgen, abzuhalten. Foto: Simone Zelder 

Unter dem Eindruck einer stürmischen Seereise schrieb Richard Wagner die Oper „Der Fliegende Holländer“. Gabriele Brunsch hat den Holländer für das Kitzinger Papiertheater neu gestaltet und inszeniert. Entstanden ist ein Singspiel in drei Akten, das durch seine Dramatik zwischen wahren Gefühlen und Wahnvorstellungen fasziniert.



„Eine irrwitzige Geschichte“

Die Sage vom Fliegenden Holländer war Anfang des 19. Jahrhunderts, der Zeit der Romantik, eine beliebte Lektüre. Nur alle sieben Jahre darf der Holländer an Land, um eine Frau zu finden, die ihn liebt und ihm treu ist. Dann erst kann er sterben. „Eine irrwitzige Geschichte!“, findet Gabriele Brunsch. „Das Drama, das sich hier entwickelt, kann man sich unschwer ausmalen: Was, wenn er ein Mädchen findet, das ihn wirklich liebt? Man ahnt, dass die Geschichte nur tragisch enden kann…“

Der „Fliegende Holländer“ ist heute nach Lohengrin weltweit die am meisten gespielte Oper von Richard Wagner. Die dramatische Ballade wurde im Jahre 1843 in Dresden uraufgeführt. Das Zusammenstoßen von mythischer Geisterwelt mit der Welt der Menschen fesselt auch heute noch. „Der 'Fliegende Holländer' ist Wagners kürzeste Oper“, weiß Gabriele Brunsch. „Was sich auf den großen Bühnen in gut zwei Stunden vollzieht, dauert im Papiertheater Kitzingen nur 50 Minuten und ist für Wagnereinsteiger und -Fans gleichermaßen geeignet.“

Als Gabriele Brunsch aus der Oper ein Singspiel machte, hielt sie sich weitgehend an die Anweisungen Wagners im Libretto. Die Bühnenbilder fügte sie aus Collagen eigener Entwürfe und Kopien antiker Vorlagen zusammen, die agierenden Figuren hat sie selbst entworfen. Die Musik Richard Wagners untermalt die Dramatik der Handlung auf der kleinen Miniatur-Kunst-Bühne eindrucksvoll. „Bei allem Ernst, der in dieser Geschichte verborgen ist, entbehrt sie nicht eines gewissen Humors“, sagt die Künstlerin und Regisseurin. In ihrer Inszenierung kann man diesen Humor spüren. Und genießen.

Die kleine Bühne des Papiertheaters entstammt ursprünglich dem frühen 19. Jahrhundert und schmückte als Vorgänger des heutigen Fernsehapparats vorwiegend die Wohnzimmer großbürgerlicher Familien. Von allen Opern und Dramen der großen Bühnen gab es mehrfache Ausfertigungen auf Papierbögen mit Textheft zu kaufen. Dann musste allerdings erst gearbeitet werden – ausgeschnitten, bemalt und Text geübt –, denn auf Knopfdruck, wie es uns möglich ist, lief damals gar nichts. Es gab ja nicht einmal Strom.
Das Tor zu einer anderen Welt

Das Kitzinger Papiertheater zieht seit mittlerweile zwölf Jahren zahlreiche Zuschauer in seinen Bann. Der verdunkelte Raum schafft eine einzigartige Atmosphäre. Die kleine, beleuchtete Bühne ist das Tor zu einer anderen Welt: zur Welt der Fantasie.

Gabriele Brunsch gelingt es auf unverwechselbare Weise, darstellende und bildende Kunst miteinander zu vereinen. Sie adaptiert und bearbeitet oder schreibt die Stücke eigenhändig, sie entwirft Figurinen und Bühnenbilder. Jede Inszenierung wird von einem aufwändig hergestellten Hörspiel untermalt, in dem sie meist selbst die Erzählung vorstellt beziehungsweise mit anderen Sprechern und Schauspielern die Rollen einliest.

Wenn sich der Vorhang hebt, dann taucht der Zuschauer in eine andere Welt ab. In seinem Kopf wird eine Geschichte lebendig. Ein eigener Film entsteht. Das ist faszinierend. Denn eigentlich ist das, was er vor sich sieht, nichts als Licht, Ton und Papier.

Termin: „Der Fliegende Holländer“ wird für Menschen ab acht Jahren am Samstag und Sonntag, 19. und 20. September, sowie 26. und 27. September, jeweils ab 17 Uhr auf der Miniaturbühne „Der Blaue Schleier“ in der Kitzinger Grabkirchgasse 4a aufgeführt. Um Reservierung wird gebeten, Tel. (0 93 32) 86 92. 
Informationen im Internet unter: 


Die „Schauspieler“ müssen üben: Gabriele Brunsch hat einige Akteure vor der Bühne aufgestellt.
Im Bühneninneren passt sie die Küstenformation mit stürmischem Meer ein.

Artikel: Diana Fuchs

Sonntag, 13. September 2015

Dämmerung

Warum zitterst Du schon, 
kleine Seele, Heldenfalter, 
im dämmrigen Dunkel
und Schattengrau?

Spürst Du, 
in den reichen Stunden
der Gut-Zeit und Wohl-Zeit
im Blau dieser Schön-Zeit
das Raunen der Not-Zeit
der Krieg-Zeit
und Tod-Zeit? 


Samstag, 5. September 2015

WUNSCH

ach, könnte all das dunkle
aus meiner welt verschwinden,
nur einfach so!
sich aus der welt rauswinden,
nur einfach so!
dem hier und jetzt,
dem elend, der alten litanei
verderben widerstehen,
hey, ich wär gleich dabei!
im hier und jetzt besingen,
die friedensmelodei
nur einfach so,
das wär ein fest der freude,
wer wäre nicht dabei?
das kleine lächeln lächelt
am hals der judas klebt,
der kuss im äther fächelt,
wer hätte nicht gelebt?
wir schwingen in den saiten,
zu lieblich ist das lied,
das sonderbar vernetzt,
durch unsre sinne zieht.
so sei es, mensch!
wir kriegen, weil krieg
des menschen los,
wir streiten und wir siegen,
sei still, was mach ich bloß.
wir liefern nichts als worte,
bescheiden an die welt,
und hoffen, dass die quintessenz
des menschen mensch gefällt.
doch wer vermag das raunen,
das mich bewegt erlauschen,
wir, kleingeboren-winzig,
wir spüren nur die macht,
die wächst im bombenterror,
glutrot, bei tag und nacht!
ganz ohne glanz im elend
bleibt ungezückt der degen
zur unzeit, ungeglaubt,
der säure regen regnet,
was uns das leben raubt.
ach, könnte all das dunkle
aus meiner welt verschwinden,
nur einfach so!
sich aus der welt rauswinden,
nur einfach so!
dem hier und jetzt,
dem elend, der alten litanei
verderben widerstehen,
hey, ich wär gleich dabei!

Montag, 10. August 2015

" Das Märchen von der Frage, warum Tag und Nacht nicht zueinander finden..." von Gabriele Brunsch.

Genau in dem Augenblick, in welchem die Sonne über den Horizont kroch, sagte der Tag zum Morgengrauen: „Ist ja schon gut!“, und machte seine Augen ganz auf.
Er lächelte, wie an jedem Morgen. Er würde wieder wunderschön werden. Wie immer.
Er schob eine Nebelbank aus dem Tal. Er würde ein wenig Kühle in die heißen Städte hauchen. Er würde mit dem Wind auf den Wellen des Sees spielen. Er würde Kriegsgetöse hören und einen Vulkanausbruch beobachten. Er würde Licht in die Fenster zu Kindern und Greisen an den Computern schicken. Er würde die Menschen sehen, wie sie arbeiteten, ein jeder an seinem Platz und in den Einkaufspassagen würde er den Leuten beim Eisessen zuschauen.
So würde die Zeit vergehen.
Im Sommer hatte er viel Zeit.
Im Winter eher wenig.
Wenn die Leute sagten: „Das war ein guter Tag!“, durchströmte ihn ein Glücksgefühl. Nicht, dass er für Klagen und Jammern taub war, nein. Aber wenn er so etwas hörte, rief er: „Morgen! Morgen wird alles besser!“, und vertraute ganz auf seine Erfahrung.
Der Tag war ein energiegeladener junger Mann.
An seiner Seite hatte er zwei Wesen, die sich liebevoll um ihn kümmerten. Die eine hieß Morgengrauen und die andere Dämmerung. Vom Kuss des Morgengrauens wurde er allmorgendlich geweckt, die andere legte sich, wenn er müde vom Tagwerk war, zu ihm hin und summte ihn leise in den Schlaf.

Wie der Tag heute die Menschen so vergnügt in den sommerlichen Biergärten sitzen sieht, spürt er plötzlich ein sonderbares Sehnen in seinem Herzen. Warum hatte er denn noch niemals mit Morgengrauen und Dämmerung gemeinsam einige Stunden verbracht?
Er wird nachdenklich: Jahraus-jahrein gab er sich den Zärtlichkeiten der beiden hin. Er hätte niemals sagen können, welche von beiden er mehr liebte. Beide konnten scheu erröten, wenn er sie ansah. Beiden war bisweilen die Stirn dunkel überschattet. Beiden war er zutiefst verbunden.
Als der Tag an diesem Abend der Dämmerung erzählt was ihn so unzufrieden macht, da runzelt diese die Stirn: „Was du dir nicht ausdenkst! Du bist und bleibst ein übermütiger Tunichtgut!“ Gleich kuschelt sie sich eng an ihn und wärmt ihn mit ihrem Körper. Sie lieben sich. Während sie danach vorsichtig das blau-schwarze Seidentuch über seine Augen zieht, summt sie noch ein bisschen. Sie weiß, dass er müde ist. Er wird gleich fest schlafen.
Sobald sie seinen ruhigen Atem hört, lächelt sie und dreht sich langsam herum. Da liegt die junge, schöne Nacht und ruht im gleichen Bett. Die Dämmerung schmiegt ihren Körper an den der Nacht.
„Wach auf, Geliebte!“ , flüstert sie und küsst sie sanft.
Dann vereinigt sich die Dämmerung mit der Nacht.
Schon öffnet die Nacht ihre Augen und der Abendstern und der Mond beginnen sich in ihnen zu spiegeln. Sie schüttelt ihre kohlrabenschwarzen Haare und ihr schwarzes Nachtgewand, so gießt sie schwärzeste Dunkelheit in alle Winkel und Ecken der Welt.
Gleich blinken überall wo Menschen wohnen Lichter auf, unendliche Perlenstränge an leuchtenden Spuren durchfluten die Länder und die Städte werden zu glühenden Flecken.
Die Nacht ist zufrieden, was auch immer sie sieht, was auch immer geschieht, sie weiß, beim nächsten Mal wird es wieder ganz anders sein. Gutes folgte auf Schlechtes. Warmes auf Kaltes. Das ist der Kreislauf der Dinge. Und obwohl sie eine junge Frau ist, so ist sie doch klug und weise und genießt ihre Schönheit im Spiegel der Meere.

Sonderbar ist es schon, dass sie am gleichen Biergarten innehält wie zuvor der Tag und auch sie spürt so ein sehnsuchtsvolles Ziehen in ihrem Herzen. Da sitzen die Menschen heiter zusammen und erzählen sich Geschichten. Wie gerne wäre sie mit Morgengrauen und Dämmerung einmal zusammen gewesen, hätte gemeinsam mit ihnen über ihre Abenteuer gesprochen. Sie beschließt, mit Morgengrauen zu sprechen.
Als die Nacht, müde geworden, langsam in ihr Bett zurück steigt, liegt da schon das Morgengrauen mit weit geöffneten Armen. „Komm“, sagt das Morgengrauen, „Schmiege dich an mich!“. Da vergisst die Nacht von ihrem Wunsch zu erzählen und lässt sich in den Schlaf wiegen.
Als die Nacht ruhig atmet, dreht sich das Morgengrauen im Bett herum. Sie wartet ein kleines Weilchen und beugt sich über den jungen, prachtvollen Tag. So unschuldig liegt er da. Sie schmiegt ihren Leib an seinen und ihre Körper verschmelzen miteinander. Dann küsst sie ihn wach.
„Ist ja schon gut!“, ruft er schließlich ungeduldig und löst sich aus der Umarmung.
„Sag mal! Könnten wir nicht mal zusammen einige Zeit verbringen, du, die Dämmerung und ich. Wir hätten uns so viel zu erzählen!“
„Was du redest!“, ruft lachend das Morgengrauen, „Dämmerung? Wer bitte ist die Dämmerung?“
Was sollte er darauf antworten? Doch da kam die Sonne schon endgültig über den Berg gekrochen. Der Tag vergaß das Morgengrauen und machte sich auf die Nebel von den Hängen zu verscheuchen und Licht in alle dunklen Winkel hinein zu schicken. Er würde heute wieder prachtvoll sein. Vollkommen! Wenn da nicht dieser kleine sehnsuchtsvolle Schmerz in seinem Herzen gewesen wäre.
Da wendet er sich der Sonne zu. Diese schüttelt auf seine Frage hin verwundert den Kopf. „Ach, du dummer Tag! Morgengrauen, Dämmerung! Du weißt ja gar nichts! Du hast eine junge, schöne Gegenspielerin! Es ist die Nacht. Wenn du schläfst, herrscht sie über die Welt und wenn Du dein Tagwerk verrichtest, dann ruht sie!“
„Aber sag, liebe Sonne, kann ich sie nicht kennen lernen?“
Die Sonne sieht ihn sonderbar an. „Was du dir da wünschst, lieber Tag, das ist schon geplant! Aber es dauert noch lang bis dahin! Du musst Geduld haben.“
Der Tag blickt der Sonne erwartungsvoll ins Gesicht.
„Am allerletzten deiner Tage, Tag, wird die Erde in mir verglühen. Dann wirst du gemeinsam mit Morgengrauen und Dämmerung und deiner wunderschönen Widersacherin Nacht verschmelzen. Das verspreche ich dir!“ Während sie das sagt, macht die Sonne eine Fratze und grinst ihn böse an.
„Pffff! Sehr mysteriös, das ganze!“, flüstert der Tag und überlegt sich, ob die Sonne sich vielleicht über ihn lustig gemacht hat. Er ist verunsichert. Dann erinnert er sich an seine Geliebte, die Dämmerung, sie müsste doch etwas von der Nacht wissen. Er wird sie am Abend fragen. Geschäftig legt er sein Licht auf Stadt und Land und vollbringt sein Tagwerk. Er ist zufrieden.
Als er müde und erschöpft an diesem Abend an die Seite der Dämmerung sinkt, spürt er ihre innige Umarmung wie ein heilendes Bad. „Dämmerung, ach, Dämmerung! Wie gut du mir tust!“, murmelt er und genießt ihre weiche Gegenwart. Matt von der Liebe sinkt er zurück.
Während seine Lider immer schwerer werden, flüstert er seiner Dämmerung ins Ohr: „Sag mal, kennst du die Nacht?“ Doch da hat sie schon das blau-schwarze Tuch über ihn gebreitet und lauscht seinem ruhiger werdenden Atem. Dann wartet sie ein kleines Weilchen, bevor sie sich umwendet und ihren liebeswarmen Körper eng an die noch schlummernde Nacht schmiegt: „Wach, auf, Geliebte, es ist Zeit!“

Donnerstag, 6. August 2015

PAUSE

PAUSE
Nein, wir verlieren nicht
die Notwendigkeit etwas zu sagen!
Wir machen nur eine Pause!
Wir verspüren gerade keine Lust
uns in die Menge zu werfen.
Ach, wie schön ist der Rückzug
in die Bibliothek, dorthin,
wo die Schätze stehen,
die lang vernachlässigten,
diejenigen, von denen wir
Morgentau und Sphärenmusik schöpfen konnten,
die uns Hilfe und Nahrung,
Licht und Schatten
gleichzeitig waren,
die niemals still waren,
die uns lockten und verführten,
die uns dorthin entführten,
wo die Fantasie spazierte,
lang, lang bevor uns die Welt regierte,
regierte, regierte, regierte,
malträtierte, zerschmetterte, zerschlug,
uns unsre zarten Bänder aus den Banden schnitt,
hier wo ich litt... ich litt...
Wir sind der Wachmann
unserer eignen kläglich hergezerrten Zeit.
Lass andre rasseln, lass sie lärmen.
Nichts geht ein Stückchen, ach,
nichts geht ein Stückchen weit.
Sind sie nicht gnädig
diese endlos schönen Stunden,
in denen wir ein Wort,
ein kleines Wort gefunden,
das unsre kleine Welt beschreibt.
So wen’ge Worte wiegen, haben Wert.
Die Pause hat der Himmel uns geschickt,
die Wörter stehen grade, unversehrt,
wohin auch immer unser Auge blickt,
sie stehen da, die Wörter, unverrückt.
Und wenn die Zeit
sich an der Zeiten Wende machte,
(verzeih mir Freund, ich weiß, der Reim er klemmt),
doch leider, als das Knirschen heftig krachte,
hätt ich am Tiefpunkt einfach nur gelacht,
ich hielte inne, wär nichts als verzückt,
dein Lächeln träfe,
träfe nur mein blasses Wesen,
wie schön, uns ist ein Coup geglückt!
Verbunden ist sie, ist die schöne Zeit,
(auch wenn's jetzt kitschig wird,
sollt Ihr es lesen)
im Hier und Jetzt und mit der Ewigkeit.

© Gabriele Brunsch

Dienstag, 7. Juli 2015

"Hadeloga - auf der Suche nach einer sagenumwobenen Gestalt" von Gabriele Brunsch im Papiertheater Kitzingen


Sie verleiht der Fantasie Flügel

Die Fenster sind mit schwarzen Vorhängen verdunkelt. Die Umrisse von 18 Stühlen sind mehr zu ahnen als zu sehen. Wer auf einem der Samtbezüge Platz nimmt, schaut direkt in ein raffiniert beleuchtetes Rechteck, kaum größer als ein DIN-A3-Blatt. Es ist kein Fernsehgerät – es ist eine echte Bühne. Miniklein, aber oho. Sie ist das Tor zu einer ganz anderen Welt. Einer Welt aus Papier und Klang, voller Gefühl und Fantasie.

 
Die Fenster sind mit schwarzen Vorhängen verdunkelt. Die Umrisse von 18 Stühlen sind mehr zu ahnen als zu sehen. Wer auf einem der Samtbezüge Platz nimmt, schaut direkt in ein raffiniert beleuchtetes Rechteck, kaum größer als ein DIN-A3-Blatt. Es ist kein Fernsehgerät – es ist eine echte Bühne. Miniklein, aber oho. Sie ist das Tor zu einer ganz anderen Welt. Einer Welt aus Papier und Klang, voller Gefühl und Fantasie.
 Licht und Schatten, Bewegung und Ruhe, Töne und Texte: Gabriele Brunsch sagt, Papiertheater sei die reinste Form der Illusion. Während des kommenden Kulturwochenendes („Kulturzeichen Kitzinger Land“) geht die 66-Jährige der Hadeloga-Sage auf der Grund.
Da reitet sie. Hufgeklapper und Vogelgezwitscher begleiten die junge Hadeloga, die von ihrer Heimatburg zum Main unterwegs ist, zu der Stelle, an der ihr Schleier landen wird. Oder ihr Handschuh? Jedenfalls hat die Adlige der Sage nach an der Fundstelle das Kitzinger Kloster gegründet – und damit letztendlich auch die Stadt. Hadelogas Haar weht im Wind, ihre Bewegungen hoch zu Ross sind fließend, ihre Stimme aus den Lautsprechern klingt aufgeregt. Man ist live dabei, bei der Zeitreise ins achte Jahrhundert nach Christus.
Natürlich ist die echte Hadeloga längst gestorben. Sehr lebendig ist dagegen zum Glück Gabriele Brunsch. Die ideenreiche 66-jährige Obernbreiterin hat die Kitzinger Symbolfigur in liebevoller Kleinarbeit auf Aquarellpapier gemalt. Monatelang immer wieder, in ganz unterschiedlichen Posen. Die zehn bis 20 Zentimeter großen Papier-Hadelogas hat sie auf festeren Karton geklebt und an dünnen Stangen befestigt, so dass sie von Hand „ferngesteuert“ vor der jeweiligen Kulisse laufen, reiten oder hüpfen können. Das Gleiche hat die Künstlerin mit allen Protagonisten ihres jüngsten Papiertheater-Stücks gemacht.
Licht und Schatten, Bewegung und Ruhe, Töne und Texte: Gabriele Brunsch sagt, Papiertheater sei die reinste Form der Illusion. Während des kommenden Kulturwochenendes („Kulturzeichen Kitzinger Land“) geht die 66-Jährige der Hadeloga-Sage auf der Grund.

Ein frisches, heiteres Stück

Gabriele Brunsch hat „Hadeloga – auf der Suche nach einer sagenumwobenen Gestalt“ eigens für das kommende Kulturwochenende des Landkreises geschrieben. Es ist ein modernes Stück, heiter und frisch. Neben Opa, der alles weiß, und einer Lehrerin, die in Zeitnot ist, gehen drei Kinder der Frage nach, was im Dunkel der Vergangenheit wirklich mit Hadeloga passiert ist.
Papiertheater hat im 19. Jahrhundert ein Millionenpublikum verzaubert. Wer etwas auf sich hielt, leistete sich selbst eine Miniaturbühne, um im Salon oder im Wohnzimmer Freunde und Bekannte zu unterhalten. Man konnte damals Texthefte und Ausschneidebögen kaufen und darauf die agierenden Papierfiguren mit passenden Kostümen, Kulissen und Requisiten in Szene setzen.
„Alle Rätsel
werden gelöst.“
Gabriele Brunsch
Licht und Schatten, Bewegung und Ruhe, Töne und Texte: Gabriele Brunsch sagt, Papiertheater sei die reinste Form der Illusion. Während des kommenden Kulturwochenendes („Kulturzeichen Kitzinger Land“) geht die 66-Jährige der Hadeloga-Sage auf der Grund.
Als aber Kino und TV ihren Siegeszug antraten, war das der Todesstoß für die kleinste, feinste Form des Theaters. Seit einigen Jahrzehnten lebt es mancherorts jedoch wieder auf. Im Kreis Kitzingen hält Gabriele Brunsch die Fahnen des Papiertheaters hoch. In ihrer Obernbreiter Werkstatt oder direkt an der Miniatur-Bühne in Kitzingen arbeitet sie als Autorin und Schauspielerin, als Dramaturgin, Malerin, Bühnenbildnerin, Tontechnikerin und Regisseurin. Für das aktuelle Theaterstück hat sie allerdings einen Helfer geholt: der 13-jährige Roberto Angius wird ihr bei der Aufführung im Hintergrund zur Hand gehen. „Beim Üben hat es schon ganz hervorragend geklappt. “ Die pensionierte Lehrerin erzählt, dass sie schon immer gern Texte geschrieben, inszeniert und gemalt hat. Als sie in den 90er Jahren einer leidenschaftlichen Papiertheater-Sammlerin begegnete, entflammte auch bei ihr die Liebe zu dieser besonderen Kunstform. Seit 2003 spielt sie auf ihrer eigenen Bühne „Der Blaue Schleier“ in der Kitzinger Grabkirchgasse 4 (Ex-KitzGalerie).
„Papiertheater ist komplette Illusion.“ So, wie wenn man ein Buch liest und die Geschichte sich vor dem geistigen Auge entfaltet, beflügelt auch das Papiertheater die Fantasie. Die gemalten Figuren bewegen sich vor Kulissen-Landschaften, die teils fotografiert, teils gezeichnet sind. Durch das Zusammenspiel der Figuren und Stimmen, die zuvor digital aufgenommen wurden und bei der Aufführung eingespielt werden, entsteht ein Schauspiel, das alle Sinne anspricht.
„Kinder und Erwachsene aus dem Raum Kitzingen haben die Texte eingesprochen. Und zwar ganz toll“, berichtet Gabriele Brunsch. So gibt zum Beispiel Lara Haydl der jungen Hadeloga ihre Stimme. Johanna Schweinitzer ist die Lehrerin. Friederike Brunsch und Frank Baker sind als erwachsene Hadeloga und ihr Bruder Pippin mit von der Partie.
Als einziger Profi hat Fritz Stavenhagen (Neuwied) mitgewirkt und dem Opa seine Stimme geliehen – und das ohne je persönlichen Kontakt zu Gabriele Brunsch gehabt zu haben. Im digitalen Zeitalter ist das kein Problem. Gabriele Brunsch hat ihm den Text zugesandt und Fritz Stavenhagen hat ihr einige Zeit später die Soundclips gemailt.
Insgesamt einige hundert Soundclips hat die Papiertheater-Fachfrau szenengetreu geschnitten und mitsamt der mittelalterlichen Weisen von Harfenistin Julia Rosenberger wie ein Hörspiel zusammengefügt. „Der Endspurt läuft und hält mich Tag und Nacht ganz schön in Atem.“
Nur Gabriele Brunsch und ihre Sprecher wissen schon, wie das Geheimnis um den Schleier – oder ist es doch der Handschuh? – ausgeht. Aber sie halten dicht. Bis 4. Juli. Dann hat das Stück Premiere. „Eins kann ich versprechen“, verrät Gabriele Brunsch lächelnd: „Alle Rätsel werden gelöst.“
Termine: Am Samstag, 4. Juli, feiert „Hadeloga – auf der Suche nach der sagenumwobenen Gestalt“ ab 20 Uhr Premiere im Papiertheater in der Grabkirchgasse 4a, Kitzingen. Am Sonntag, 5. Juli, wird es von 17 bis 17.45 Uhr ebenso wiederholt wie noch mehrmals im Lauf des Juli. Anmeldungen: Tel. 09321/ 928 1104. Infos: www.papiertheater-kitzingen.de

Rendezvous mit Hadeloga

Die Sage: Um das Jahr 700 nach Christus kam die Adlige Hadeloga auf den Schwanberg. Sie wünschte sich ein Kloster. Sie übergab ihren Schleier – oder Handschuh – dem Wind und gründete an der Stelle, an der der Schäfer Kitz ihn fand, ihren Orden. Das war der Grundstein für die Stadt Kitzingen.
Schleierzeichen – Kulturzeichen: Der Landkreis lädt am Samstag und Sonntag, 4. und 5. Juli, Alt und Jung ein, sich auf Spurensuche nach den Besonderheiten des Landkreises Kitzingen zu begeben. Verschiedenste Künstler und Kulturschaffende haben ein innovatives Programm auf die Beine gestellt, bei dem vielfach der Gründungsmythos Kitzingens, die Hadeloga-Sage, im Mittelpunkt steht.
Programm und Projekte: Der Szenografische Parcours „Hadelogas Erben“ vom 4. Juli bis Mitte August wird in der Innenstadt für große Augen sorgen, denn Studenten werden den Schleier der Hadeloga ganz neu erfinden. Am Marktturm wird es die Lichtinszenierung „ZeitSchichten“ geben und im Innenhof des Landratsamtes eine Installation „Träumen. Kommen. Bleiben.“ In der Bürgerbräu werden ein historischer Film von Kitzingen und Foto-Experimente gezeigt. Wer möchte, kann „Nachts im Fastnachtmuseum“ unterwegs sein. Auf dem Schwanberg gibt es eine „Schleier-Führung“, im Stadtmuseum ein Essen wie bei Hadeloga und in der Alten Synagoge Tänze und musikalische Genüsse. Das Papiertheater lüftet schließlich Hadelogas Schleier.
Infos: Alle Infos zum Programm: www.kitzingen.de/kulturzeichen.
Licht und Schatten, Bewegung und Ruhe, Töne und Texte: Gabriele Brunsch sagt, Papiertheater sei die reinste Form der Illusion. Während des kommenden Kulturwochenendes („Kulturzeichen Kitzinger Land“) geht die 66-Jährige der Hadeloga-Sage auf der Grund.

In eigener Sache - Meine Gedanken hintangestellt zur Information: 

Die Premiere am 4. Juli 15 und die nächste Vorstellung waren ein großer Erfolg.
Ich bin sehr zufrieden mit dem Echo auf meine kleine 45-minütige Inszenierung.
Als mich im Januar Frau Maja Schmidt von der Stadt ansprach, ob ich mich am Kunstprojekt "Schleierzeichen" am ersten Juliwochenende beteiligen wollte, war der Juli noch sehr weit entfernt.
Ich sagte gerne zu und sofort entwickelte sich in meiner Vorstellung das Konzept für dieses Stück "Hadeloga - auf der Suche nach einer sagenumwobenen Gestalt" 
und ich brachte erste Szenenentwürfe zu Papier - dass ich, wie in allen meinen Theaterstücken mit historischem Hintergrund, wieder in der Gegenwart beginnen wollte um dann in die Vergangenheit hineinzugehen, das war mir von Anfang an klar. So sind es die Kinder Mia (Johanna Damm), Leonie (Livia Tremmel) und Niklas (Noah Haydl), die wegen des Problems "Schleier oder Handschuh" in Streit geraten und Mias Großvater (Sprecher: Fritz Stavenhagen) erklärt nicht nur den historischen Hintergrund zum frühen 8. Jahrhundert, er hat dazu noch eine fantastische Idee um den wissenschaftlichen Beweis zur Lösung der Frage wirklich zu erbringen.
Am Schluss spricht Mia eine Mutmaßung aus, die allerdings den Rahmen eines wissenschaftlichen Konstrukts zum Ursprung der Sage sprengt und in eine ganz andere Richtung weist.
Ortskenntnis ist förderlich - aber nicht unbedingt nötig. 

Samstag, 16. Mai 2015

Parkspaziergang

...geh mit mir in den schattigen Park
um Atem zu holen, dort, fernab ins Grüne.
Geh mit mir in die frischeste Kühle,
um Abstand zu schaffen zu dem Gewühle,
dem Wust von wirren Gedanken.

Gabriele Brunschs Foto.
Lass uns nur stehen und ruhen,
ganz still, Einkehr halten,
nichts fragen, nichts sagen,
wissend, dass ohne Worte,
im Einklang, Verstehen
Erkenntnis schafft..
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© by Gabriele Brunsch 

Freitag, 15. Mai 2015

Dreizeiler - Haiku



schon wieder

tirilliert die nachtigall

als wär es damals

Dienstag, 12. Mai 2015

Die größte Offenbarung ist die Stille

Sprecherin: Friederike-Therese Brunsch
Lyrics: Wolfgang-Imre Brunsch (1979 - 2003)

Music: OCIRAA



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video

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Montag, 26. Januar 2015

Dreizeiler

Diese Dreizeiler in Form des Haiku schrieb ich vor einigen Jahren, 
doch sie haben für mich nichts an Aussagekraft und Brisanz verloren.

Mittwoch, 14. Januar 2015

Der Froschkönig - frei nach dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm

Vor einigen Jahren nahm ich das Märchen in die Hände und durchsuchte alle Nuancen, die es enthielt. Ich träumte mich zurück in meine Kindheit, als meine Mutter mir das Märchen abends am Bettrand immer wieder vorlesen musste. Ich mochte das Märchen nicht, es war einfach furchtbar! Das Prinzesschen war ein schrecklich arrogantes Mädchen, das mit ziemlichem Eigensinn ihren Willen durchsetzte - durchtrieben war sie auch. Nein, ich konnte sie nicht leiden. Trotzdem zog es mich immer wieder hin zu dieser so absurden Geschichte.
Dass sie dann den wunderhübschen Prinzen bekam, das machte mich schon als Kind sehr nachdenklich. Normalerweise bekamen die braven und guten Mädchen einen Prinzen (Aschenputtel oder Rapunzel), in diesem Falle jedoch war alles anders. Das machte mich zudem auch wütend.
Um endlich hinter das Geschehen zu kommen, ließ ich meinen Gedanken freien Lauf, jetzt war ich  erwachsen, zugegeben schon "alt und erfahren" und konnte mir alles, was ich als Kind gar nicht verstand, erklären. (Dass die Bösen oft die Besten bekommen - ereignet sich bisweilen - und lässt mich schmunzeln.)
Ich forschte nach dem Grund, was wohl geschehen war, dass der König seiner Tochter eine goldene Kugel schenken musste. Man bedenke: Eine Kugel aus Gold, die ist mächtig schwer, und spielen kann man mit ihr auch nicht wirklich!
Ich weiß, dass es viele kluge Interpretationen zum Märchen gibt, ich liefere meine dazu. Ich habe ein Hörspiel gemacht und 12 Szenen mit 10 Bildern gezeichnet. Dazu viele, viele Figuren, die sich in den Bildern bewegen:

Hier ist der Beginn der Einführung, bevor das eigentliche Märchen beginnt:

Es ist ein einstündiges, sehr humorvolles Theaterstück daraus geworden. Die Aufführungen finden in Kitzingen am Main, Grabkirchgasse 4a statt. Viele Gäste kommen, bisweilen auch von weit her, um die Inszenierungen zu sehen. Es ist ein Erlebnis der besonderen Art. 



Das Prinzesschen läuft sehr gelangweilt mit ihrem goldenen Ball zum Gewässer. 
Auf der Homepage des Papiertheaters kann man sich über das Papiertheater Kitzingen informieren:

www.papiertheater-kitzingen.de

Ein kleiner Artikel weist auf die Ereignisse im Hintergrund hin, wen es interessiert, der mag ihn gerne lesen: