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Freitag, 8. März 2013

Sucht


SUCHT

im tiefsten dunkel meiner kalten nächte
bin unstet ich, gelang an meine grenzen,
ich torkel schwach zu virtuellen umschlagplätzen, 
wo träume und gedichte sie verticken, 
die scheinwelt abgelegter bildsequenzen,
als sei des glückes ursprung, sei sein unterhalt
in wortgeweben, teppichen zu finden.
man könnte fliegen, flüstern sie,
und preisen das verdichten
gleich einer rettung vor dem untergehen. 
zu viel von diesem stoff kann dich vernichten, 
du darfst dich nicht in dieser welt verstricken,
fliehst du nicht jetzt, dann schaffst du’s nie.


© gabriele brunsch

Sonntag, 24. Februar 2013

mir fehlen die worte



mir fehlen die worte, 

so gerne würde ich schreiben, 

was mich bewegte, 

als ich die eiseskälte in meine lungen holte

und meine augen geblendet waren 

vom tausendfachen funkeln im schnee, 

als die morgensonne den nebel durchbrach

und ich die welt so neu wahrnahm, 

diese stille stunde,

in der ich allein über die felder lief,

fernab, nur von rehen überrascht,

die ins unterholz flüchteten...

mir fehlen die worte,

mir fehlt die innere stimme,

die zu mir spricht, 

ich spür noch das gleisen,

ich spür noch das glück,

ich spür noch das glänzen, 

doch es wird kein gedicht... 


mir fehlen die worte,

weil ich mich zugewortet fühle, 

in worten zu ersticken drohe,

drum fehlen sie mir,

wage ich nicht eines anzufassen, 

es zu nehmen, dieses eine, 

das den zustand beschreiben könnte, 

dieses eine kleine wort, oder jenes, 

vielleicht eines von den hellen, 

denen, die klingen, wenn man sie schreibt, 

die klingen, wenn man sie sagt,

oder schimmern,

oder ein echo haben, 

und schwingen...

ich kann es nicht, 

es ist, als hielte mich 

unsichre angst in ihrem griff, 

hielte mich dort an der kehle,

wo luft und wortform 

zu klang werden

als ging mir der atem verloren,

als ging mir der wortwert verloren, 

als drückte ich, wenn ich es wage,

das kleine wort tot...



ausgesetzt der schmerzlichen 

verelendung von worten 

diesen hilflosen,

grausam ausgebeuteten miniaturen.



ich werde mich zurückziehen

aus dem schlachtfeld 

der zeilen und phrasen,

aus der achtlosen verwortung

der ich ausgeliefert bin,

als träte ich stündlich auf

minen,

die in mir implodieren

und immer implodiert ein teil von mir mit...


nur in der stille, 

in meiner stille, 

der wortlosen stille, 

der wortleeren stille,

wird es mir gelingen,

meine worte gesunden zu lassen.


















Dienstag, 2. Oktober 2012

Endlichkeit


***

so wird es sein:

kein stern 
im fernen universum,
ganz einfach nur, 
im kleinen hier
ein wenig energie, 
mate-ri-al,
ein häufchen ETWAS,
asche, mag schon sein,
vielleicht auch erde
das wär fein,
dann hätten würmer 
oder winzigkleine 
orga-nismen
sich schon gelabt an dir,
und weit getragen
den fahlen, weichen leib. 
doch nicht zum zeitvertreib.

und bleibt da was?
bleibt denn die seele
dieses anfällige gebilde
aus leben, liebe, wut, 
aus freundlichkeit 
aus gram, aus leid und hass?
wo bleibt denn das?

hörst du den schrei, 
der durch das universum hallt....
und schallt und schallt
und hallt und schallt?

dort ist es kalt.
ein nichts ist dort
an jenem  ort
doch hier -
hier ruht sie
deine sanfte glut
so energiegeladen
das bist du...
komm, lass sie zu
die endlichkeit.

die bitternis,
die bitternis,
sie ist des menschen
psycho-riss...

***

Freitag, 28. September 2012

zukunft

***

an der pforte der zukunft

stehen wir 

umjubelt 

vom glockenklang 

des JETZT

umschallt 

von wohl

und 

von elend

...

doch was 

wir über die schwelle tragen

???

und welche musik 

die räume durchklingen

???

wer mag das wissen


***






Dienstag, 5. Juli 2011

LASST ROSEN WACHSEN

LASST ROSEN WACHSEN...

lasst rosen wachsen
schaut, sie wachsen aus panzern
bildhafte schwächung

sinnlich die rose
ihr blütenblattwerk gefüllt
prächtig, zart, lieblich...

mächtig die schönheit
panzer, giganten aus stahl,
warten verloren

desorientiert
und führerlos stehen sie
nutzloses schrottzeug...

die macht des künstlers
kraftvoll welten erschaffen
aus illusionen...

die tränen der welt
versickern niemals zu nichts
bewässern neues...

so wächst das elend
aus fruchtbarer friedenszeit,
wächst hoch und gedeiht

krieg folgt auf frieden
friedenszeit folgt der kriegszeit.
lasst rosen wachsen...


Das Gedicht "Lasst Rosen wachsen..." schrieb ich am 06. Juli 2011 beim Betrachten dieses Bildes von Manfred Evertz, der es bei einer Diskussion zum aktuellem Panzergeschäft mit Saudi-Arabien, bei facebook vorstellte. Ich danke Manfred Evertz für die Erlaubnis, das Bild in meinem Blog zu posten. 


.

Donnerstag, 23. Juni 2011

...ein Hinzugedicht von Ursa

noch immer

glaube ich daran
dass diese Erde
diese Welt
gelungen ist
dass sie GOTT
gelungen ist
dass dieser lebendige Gott
eine lebendige Welt
geschaffen hat
dass diese Welt ein Garten ist
ein Garten Eden
den der Mensch betreten
aber auch ge - treten hat
Gott wird nicht DAS,WAS der
Mensch zer - stört hat
wieder aufbauen
dafür ist ALLEIN der Mensch
zuständig
er hat für den Frieden und
für die Gerechtigkeit zu sorgen,
er allein
es ist nicht gut was er bisher
geleistet hat

by Ursa

Dienstag, 21. Juni 2011

...weil es mir wichtig ist...


 ...und mag der mensch sich von allen wesen 
gott am ähnlichsten wähnen,

so ist doch gott 
niemals 
dem menschen ähnlich. 

wie vermessen!

wie können wir 
kleinlichen zwerge 
das ausmaß der macht erahnen?

das ausmaß 
der maßlosen gewaltigen größe, 
die hier ihre spuren legte...

...um die welt,
als sein von uns 
zu erfahrendes vermächtnis zu schaffen...

wir, wir erspüren ihn, 
spüren die gewalt,
spüren die größe, 
die schönheit, 
die kraft.

die größe im sein

die schönheit in der kunst

die kraft in der natur

...doch, wo hört das eine auf,
wo fängt das andere an...

© by Gabriele Brunsch


Dies ist mein Kommentargedicht zu

diesen Gedanken, die 
Miroslav B. Dušanić

am Freitag, August 07, 2009

auf seinem Blog gepostet hat:



Die Menschen sind nichts anders als Gottes Tränen,
die kalt und heiß herausquellen aus seinen Augenhöhlen,
und nicht gelungene Welt überschwemmen.



© by Miroslav B. Dušanić