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Freitag, 15. August 2014

An mein Kind


...dieses Gedicht schrieb ich vor einigen Jahren, doch es hat nichts, aber auch gar nichts an Aussagekraft verloren, weder für mich noch, wie ich hoffe für die LeserInnen auch nicht:

bekenntnis

hör zu mein kind, ich lieb dich, lieb dich wie du bist.
nicht immer liebt ich alle, die ich vorher kannte.
da waren diese, jene, leichthin anverwandte,
die mocht ich gar nicht, konnt’ ich nicht verstehn.

hör zu mein kind, ich lieb dich, lieb dich inniglich,
ich lieb dich mehr, als viele, die ich vor dir kannte,
da waren manche, sonderbar bekannte,
die dir verwandt sind. kannst du das verstehn?

im grellen neonlicht der schrillen zeit
verliert der augenblick von damals seinen sinn,
auch wenn das geifern heulend um sich greift,
steh ich im zentrum, weiß noch wer ich bin.

matt glänzend wirkt der stoff der möglichkeiten,
erinnerung und sehnsucht - kett und schuss -
aus dem gewebe zupf ich sachte schwarze fäden,
weil ich das kleid doch täglich tragen muss.

© Gabriele Brunsch

Montag, 30. Juni 2014

Queichhambach - Helmut Seebachs Straßenrandlesestation!!!




...diesen Literamaten habe ich in Queichhambach entdeckt! Er ist Teil einer Wegesrand-Lese-Station, mit einem großen Aktionsradius! Man kann da bleiben, sich in der Hörzelle das Buch, das man aus dem Lesekasten herausgeholt hat stehend zu lesen beginnen, oder auch die Literette (2 €), die man aus dem Literamaten gezogen hat, aufreißen und schon mal anlesen, bevor man sich wieder auf den Weg macht. Man kann sich jedoch auch auf die Bank setzen und genüsslich verweilen und lesen, lesen, lesen... 


Urheber dieser fantastisch-einladenden Einrichtung ist

Helmut Seebach. Künstlerisch gestaltet wurde alles von Gertraud Ungerer aus Frankenthal. 



Dieser Lesekasten ist gefüllt mit wundervoller, spannender Literatur - von alt bis neu, von schöngeistig bis informativ, ein breites Spektrum, für jeden etwas - kann ausgeliehen und aus dem heimischen Arsenal ergänzt werden! 




Die Hörzelle!!!




Die gesamte Wegesrand-Lese-Station - aber Achtung,

Benutzung auf eigene Gefahr! 

Sonntag, 29. Juni 2014

...dem Kunstgenuss nachgespürt...



Geh, magst dich net aufmachn - hin zu diesem besonderen literarischen Kleinod der Sucht? Hier ist sie: Die Literette - das Pralinee der Wortkunst - zu ziehen aus dem Literamaten in Queichhambach, in der südlichen Pfalz!
Ein echtes Ereignis!

(Helmut Seebach, Initiator
Gertaud Ungerer, Design)

Mittwoch, 4. Juni 2014

Мирослав Б. Душанић: "Lyrik - Lyric - Поезија": Miroslav B. Dušanić: Es wird erzählt: es war mein Leben

Мирослав Б. Душанић: "Lyrik - Lyric - Поезија": Miroslav B. Dušanić: Es wird erzählt: es war mein Leben



es wird erzählt

dass einige überlebt haben
und fett geworden sind,
weil ihnen die Gegenwart
gutgesinnt mit Freunden
fein säuberlich Feines versprach
und verspricht...
so ist das, wenn Vergangenheit
sich in das JETZT schleicht,
so simpel! Sie lächeln uns zu
die Friedenslebendigen,
diejenigen, die kaschieren,
die Vergessen suchen,
diejenigen, die nicht erinnern wollen,
diejenigen, die Vergessen brauchen,
um überleben zu dürfen...
Hei, ist das nicht ein Fest?
Wir sind uns bewusst,
dass sie/er/sie
wissen,
dass er/sie sich nach wie vor
durch die LEBEN im Unterbewussten
vieler schleichen,
durch ihre TRÄUME,
dass wir/ihr/ich  uns
bewusst sind,
dass sie noch da sind,
irgendwo,
mit der kleinen verrutschten
Fliege aus Samt,  am
Revers!!!
Und 80 % der Betrachter
wissen um ihn/sie, aber hoffen,
dass sich alles heimlich verschleicht,
dass sie sich hochangeln an seiner /ihrer Kraft...
solange sie sich erweist, mächtig,
in der geschenkten, begnadeten Zeit des Jetzt!!!
Denn immer hat sich der Mächtige als Dauerhaft
erwiesen, so hoffen sie!
Und wir, die wir hinschauen?
Die wir erzittern, ohnmächtig?
Wir, die Leisen, die Wor-Ohnmächigen,
ersterben unter dem Lärm der Gegenwart!

© Gabriele Brunsch

Dienstag, 3. Juni 2014

PAUSE

 PAUSE

Nein, wir verlieren nicht
die Notwendigkeit etwas zu sagen!
Wir machen nur eine Pause!
Wir verspüren gerade keine Lust
uns in die Menge zu werfen.

Ach, wie schön ist der Rückzug
in die Bibliothek, dorthin,
wo die Schätze stehen,
die lang vernachlässigten,
diejenigen, von denen wir
Morgentau und Sphärenmusik schöpfen konnten,
die uns Hilfe und Nahrung,
Licht und Schatten
gleichzeitig waren,
die niemals still waren,
die uns lockten und verführten,
die uns dorthin entführten,
wo die Fantasie spazierte,
lang, lang bevor uns die Welt regierte,
regierte, regierte, regierte,
malträtierte, zerschmetterte, zerschlug,
uns unsre zarten Bänder aus den Banden schnitt,
hier wo ich litt... ich litt...

Wir sind der Wachmann
unserer eignen kläglich hergezerrten Zeit.
Lass andre rasseln, lass sie lärmen.
Nichts geht ein Stückchen, ach,
nichts geht ein Stückchen weit.

Sind sie nicht gnädig
diese endlos schönen Stunden,
in denen wir ein Wort,
ein kleines Wort gefunden,
das unsre kleine Welt beschreibt.

So wen’ge Worte wiegen, haben Wert.
Die Pause hat der Himmel uns geschickt,
die Wörter stehen grade, unversehrt,
wohin auch immer unser Auge blickt,
sie stehen da, die Wörter, unverrückt.

Und wenn die Zeit
sich an der Zeiten Wende machte,
(verzeih mir Freund, ich weiß, der Reim er klemmt),
doch leider, als das Knirschen heftig krachte,
hätt ich am Tiefpunkt einfach nur gelacht,
ich hielte inne, wär nichts als verzückt,
dein Lächeln träfe,
träfe nur mein blasses Wesen,
wie schön, uns ist ein Coup geglückt!
Verbunden ist sie, ist die schöne Zeit,
(auch wenn's jetzt kitschig wird,
sollt Ihr es lesen)
im Hier und Jetzt und mit der Ewigkeit.

© by Gabriele Brunsch

Mörder

es wird erzählt

dass einige überlebt haben
und fett geworden sind,
weil ihnen die Gegenwart
gutgesinnt mit Freunden
fein säuberlich Feines versprach
und verspricht...
so ist das, wenn Vergangenheit
sich in das JETZT schleicht,
so simpel!
Sie lächeln uns zu
die Friedenslebendigen,
diejenigen, die kaschieren,
die Vergessen suchen,
diejenigen, die nicht erinnern wollen,
diejenigen, die Vergessen brauchen,
um überleben zu dürfen...
Hei, ist das nicht ein Fest?
Wir sind uns bewusst,
dass sie/er/sie wissen,
dass er/sie sich nach wie vor
durch die LEBEN im Unterbewussten
Vieler schleichen,
durch ihre TRÄUME!
Sie ahnen,
dass wir/ihr/ich uns bewusst sind,
dass sie noch da sind,
irgendwo,
mit der kleinen verrutschten
Fliege aus Samt, am Revers!!!
Und 80 % der Betrachter
wissen um ihn/sie, aber hoffen,
dass sich alles heimlich verschleicht,
dass sie sich hochangeln an seiner /ihrer Kraft...
solange sie sich erweist, mächtig,
in der geschenkten, begnadeten Zeit des Jetzt!!!
Denn immer hat sich der Mächtige als Dauerhaft
erwiesen, so hoffen sie!
Und wir, die wir hinschauen?
Die wir erzittern, ohnmächtig?
Wir, die Leisen, die Wortohnmächigen,
ersterben unter dem Lärm der Gegenwart!

Montag, 10. März 2014

Gedanken zur Lebens-Kunst -Zeit:



Lebens-Kunst -Zeit:


Da ich selbst schreibe, immer schrieb, Kunst mache, sie immer machte, und mit Genuss andere Dichter, Maler, Theaterkünstler und ihre Werke wahrnehme (ob gegenwärtige oder vergangene, so es meine Zeit zulässt !!!), lese und kommentiere, diskutiere, mehr oder weniger leidenschaftlich mich mit dem Werk auseinandersetze (nichts ist oberflächlich!!!), weiß ich eines, und das bekenne ich:

Ein jedes Werk ist ein Buch, das mir etwas erzählt, über den Autoren im Jetzt,
ein jedes Wort ist Weg in sein Innerstes!
Ich frage nicht, wie er im Leben ist, ich frage nicht, ob er mir sympathisch wäre, ob er mir gefallen würde, ob ich seine Stimme mögen würde, wenn ich ihn höre, ob ich ihm beim Essen zuschauen könnte, ob ich ihn/sie riechen könnte. Ich wollte seine Nähe nicht suchen, einzig sein Werk ist es, das mich anspricht, mich bezaubert, mich aufwühlt, mich besticht oder einfach nur langweilt, mich kalt lässt, mich stutzig macht, weil trivial oder nichtssagend!!!

So einfach ist das!

In meinen Begegnungen mit anderen Schriftstellern, Lyrikern, Autoren und Malern im aktuellen Leben, habe ich allerdings a u c h genau das kennen gelernt, was hier von Richard Burton oder von Fritz Raddatz beschrieben wird: Diese überhebliche, kalte Feindschaft, die ausgrenzt und vernichten möchte...

(das ist eine kalte Flamme, die nicht wirklich ausstrahlt)

Ja und?

Man wendet sich ab und macht einfach weiter!

Es nützt ja nichts!


Die Triebfeder des Künstlers ist doch tief in ihm verborgen, sie stößt hervor, über Hirn und Seele, Geist und Verstand, und mag man sich noch so wehren, noch so laut protestieren, anmahnen, dass es Erfolg nicht gäbe, losheulen, weil die Lobbyisten andere Künstler beschwören... Das alles ist letztlich egal, weil man die Arbeit erledigen muss, die Worte fügen, die Farben mischen, die Linien ziehen... die Szenen zusammenschmieden, ob für das kleine oder das große Lebenswortwelttheater!

Und wenn man dann etwas erschafft, das gefällt, "standing ovations", dann ist es unendlich beruhigend, Genuss pur, man weiß, es ist gut!
Man lehnt sich zurück, atmet kurz durch - und beginnt trotzdem ganz langsam wieder in den Tunnel hineinzulaufen - der düster und vibrierend so lange die Sicht verdunkelt, bis das nächste Werk von ganz tief unten herauswächst, hervordrängt und sich wie eine Blüte prachtvoll und unerwaret zur Unzeit in den Tag entfaltet!!!

...danke, liebe Esther Fleischel, für diesen Link:


http://www.theparisreview.org/blog/2012/10/16/in-which-richard-burton-discusses-poetry/

Montag, 27. Januar 2014

Auschwitz



Auschwitz


von jedem menschen
die haare, zuhauf,
was nicht schon
zu filz verarbeitet
ist dem betrachter

preisgegeben.
schau doch,
blondes haar,
braunes, schwarzes,
kurzes, langes,
glänzendes,
stumpfes,
gepflegtes...
gestopft in einen
container aus glas.

brillen,
von klaren augen,
verlorenen, trüben,
von augenblicken,
starr oder direkt,
traurig und fröhlich,
ernst und verstohlen,
hilflos und fest,
gelenkt
ins diesseits und jenseits,
einst,
doch hier
einst gebrochen....

die goldkronen sind weg,
rausgerissen,
rausgezerrt
mit zangen,
gierig,
aus leichen,
die wehren sich nicht,
brauchgold ist ziergold,
hat keinen stempel,
der seine herkunft
benennt,
unsichtbar jetzt.
zieren vielleicht
als piercing-gold
nabel und zunge,
oder als schließe
die kette
den hals der schönen,
das ohr, den arm.

und dann,
als sollte man noch mehr
ertragen
als wärs nicht schon genug,
von jedem kind
die schühchen,
die strauchelschühchen
vom kindchen,
dem kleinen,
das gehen lernt,
die braunen vom bübchen,
das mit dem pferde reitet,
und dem waghalsigen,
das gerne im matsch spaziert,
die kleinen weißen aus seide,
die tanzschuhe,
diese zarten vom mädchenfuß,
zu klein um nicht zu bezaubern
mit ihrer unschuld...
sind da,
zu hunderttausenden
in den schaukasten gepfercht.

oh, elend der erkenntnis,
- beklemmung -
diese welt findet
keine ausflüchte mehr,
keine,
und jede selbstgefällige
erklärung wie
die neue welt sein soll,
wie der mensch ist,
sein kann, sein sollte,
versickert,
versickert im glaskasten
der gefüllt ist
mit haaren
und brillen
und schühchen,
und dem atem
dem blick
dem zaudern
dem stolz
der menschen,
die unauslöschlich
unsere nächte bevölkern,
den halbschlaf,
und die schuldhafte
ausweglosigkeit
mit hilfloser gegenwart
und
zweifelhafter zukunft belasten...

1998 © ALLE RECHTE BEI GABRIELE BRUNSCH

Sonntag, 26. Januar 2014

Du und Ich - Ich und Du


DU und ICH



Du, Du liegst mir am Herzen...
Du! Wie gut, dass ich ein Du habe.
Einen Menschen, den ich mit Du ansprechen kann.
Mit dem ich lieber zusammen bin, als mit dem Rest der Welt.
Dem Du, mit dem ich mich einfach nur gut fühle... selbst ein Du bin, ein Ich, das Ich!
Das Ich, das Ich sein darf und das das Du respektiert, es anerkennt als anders.
Du - Du bist nicht so wie ich denke, dass du sein solltest, nein,
Du - Du bist einfach nur so, wie das Leben Dich formte, von Anfang an.
Du - Du hast Deine Geschichte, Deine Wurzeln, Deine Gene, und sie sind nicht Teil meiner Welt, sind eigen und anders und fremd...
Ich - Ich bin nicht so wie du denkst, dass ich sein sollte, nein,
Ich - Ich bin einfach nur so, wie das Leben mich formte, von Anfang an.
Ich - Ich habe meine Geschichte, meine Wurzeln, meine Gene, und sie sind nicht Teil Deiner Welt, sind eigen und anders und fremd...
Das Du, das Du sein darf und das das mich respektiert, es anerkennt als anders.
Dem Ich, mit dem Du Dich einfach nur gut fühlst... selbst ein Ich bist, ein Du, das Du!
Mit dem Du lieber zusammen bist, als mit dem Rest der Welt.
Einen Menschen, den Du mit Du ansprechen kannst.
Ich! Wie gut, dass Du mich hast.
Ich, Ich lieg Dir am Herzen...

Dienstag, 21. Januar 2014

KUNSTWELT

Kunstwelt


Es gibt so sonderbare Zwischenzeiten,
wo man in Netzen von Versprechen hängt,
Gelaber hier und auch Gelaber da,
man spürt den Zwang, den so vermittelten,
fühlt sich bedrängt.


Politisch, hach, sind das doch ganz normale Zwänge,
wenn Hinz und Kunz ein Lächeln fordert, Lächeln zwingt,
aber-doch-klar-doch, klar-doch, klar, doch, ich verstehe!
Doch alle Wahrheit ist verengt.

Du lauschst, du bist erstaunt, du räsonierst,
du bist gefangen in der Warteschleife,
dem Aber-selbstverständlich-aber-doch,
ahnst Wortgeplänkel dominanter Egoreife,
dem HinundHer, das dir der Sprecher schenkt.

Dann hakst du ab!

Sei ruhig Kind, gemach, gemach!

Die Kippe qualmt, 
die Tasten glühen!
Du horchst ins Nichts -
spürst noch die Schmach!

Den Kopf erhoben fragst du: Warum Schmach?
Verzückt im Rausch der Kunst willst du ins Licht.
Du lächelst, lächelst, nein, du gibst nicht nach,
und jubelnd übst du gern Verzicht.

Dann lachst du laut ... die Stille ist gebrochen,
die Welt des Scheins ist rauschhaft weggemüllt,
was eben noch mit Seelenpein gestochen,
ist aberwitzig, lächerlich gestillt.


Behutsam lockerst du die Schwingen,
die Flügel spreiten sich, 

dein ICH, so leicht, lauscht in den Wind,
hebt ab - den Himmel zu bezwingen,
wo unbeschwert die Träume sind ...





copyright Gabriele Brunsch

(aus meinem Fundus der letzten Jahre)

Montag, 6. Januar 2014

Vernunft

vernunft

bist liebste freundin mir und hassobjekt,


mal fichst du aussichtsreich mit scharfer 

Zunge

und lässt mich matt geschlagen liegen,

ein andermal lockst lächelnd du mich in die 

Runde

und machst mich freudestrahlend fliegen,

und jubelnd siegen...


spür ich die sanfte hand auf meiner schulter,

die mich verführt den schritt noch zu 

bedenken,

stößt du mich diesmal hastig in die dunkle 

schlucht,

und fallend fühl ich deinen kühlen kuss...


ich weiß, ich weiß,

so vielgestaltig ist dein wesen,

was zählt ist das ergebnis meiner tat, 

ist's freude, oder ist es ein verdruss.

folg ich dir nach, kann es mir alles geben,

folg ich dir nicht, üb ich an dir verrat!

Worte und ihr Hintersinn: GLÜCK



.
.
.

Nicht immer gepaart

Glücklich sein und Glück haben –

wenn ersteres gelingt, 

dann hat man wirklich Glück...
.
.
.

Sonntag, 5. Januar 2014

DAS HERZ

DAS HERZ

.

...die rosenfrucht, die schmerzbeere, 
in der glut des leibes verankert,
durchpulst...


...das immermuss, der niemals halt,
umworben, bedichtet, verklärt,
ein mythos... 


... kraftmuskel und blutmaschine,
sehnsuchtsort, leidversteck, motor,
umschwärmt...


...der lebenstakt im leisen schlag,
tut not, tut not, tut not... 
tut große not…


***
.

Montag, 30. Dezember 2013

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Freitag, 13. Dezember 2013

drohnenlied




DROHNENLIED


wollt ein dröhnchen postmann spielen,
mir pakete bringen,
kam gar mutig angebraust,
wie auf adlers schwingen.
doch, oh, graus, was war denn das,
händchen von klematis,
wildem wein und efeu gar,
machten sich daraus nen spaß,
fassten ins propellerhaar,
wollten es bezwingen...

dröhnchen fing zu rattern an,
pendelte dann kläglich,
schlenkerte im kreis herum,
schrappte ganz unsäglich,
links ein stück und rechts ein stück,
liebestoll gefangen,
hielten es die arme fest,
konnt' nicht weg gelangen,
links ein stück und rechts ein stück,
liebestolles necken,
dröhnchen wusst nicht ein noch aus,
blieb im efeu stecken.

ätsch!

die ambulanz für drohnenschaden
kam alsbald daher,
schnitt es aus dem efeu raus.
was für ein malheur!
"so ein gottverdammter mist!",
grunzt' der sanitäter,
packt' den drohnenleichnam ein:
"d'bücher kriegn se später!!"

dem dröhnchen war, welch missgeschick,
die bücherbox entglitten,
sie hatte einen großen knick,
war mittendrin zerschnitten.
die bücher aufgeweicht und schlapp,
ein elend, ein verderben,
antike wunder, aus vorbei,
auch diese mussten sterben.

und wollt ich hämisch lachend jetzt
der drohne tod besingen,
kann ich ob meiner bücher tod,
die tränen kaum bezwingen...


gabriele brunsch

Montag, 2. Dezember 2013

RosenWinterKinder



Das Jahr, es ist schon lange müde,
die Augenlider werden schwer und schwerer,
die Dämmrung schwappt schon in den vollen Tag,
und Parke, Plätze werden leer und leerer.

Im Moos die Blätter liegen wild-verstreut,
und krallenartig greifen Äste in die Luft, 
da ist nur Wind und dieser kalte Duft,
von welkem Moder tief durchtränkt.

Sieh, Bitternis verfängt sich in den Zeilen,
so blass und matt, so gänzlich ohne Trost,
denn leergedichtet ist das Meer der Worte,
selbst Reime wollen nicht verweilen. 

Nur eine endlos abgespielte Melodie
die singt vom Sterben, singt vom nahen Tod,
und singt und singt so klanglos klagend nur 
so schauerlich, als litt' sie selber Not.

Da öffnet sich der Himmel für Sekunden,
und Sonnenstrahlen huschen auf das Beet,
wo ganz vergessen und verzögert,
die Rose, fröstelnd und verängstigt,
mit spät geschlüpften Knospen steht. 

"Hei, Sonne! Wärme! Komm!", ruft sie beglückt,
und schon verstummt das fahle Lied,
die Sonne, hergelockt, sie ist verzückt,
als sie die Rosenknospen sieht. 

"Schau! Rosenwinterkinder!", jauchzt die Sonne, 
und schießt mit mitttäglicher Kraft
ins rosenrote Rot mit größter Wonne,
und saugt vom Boden frischen Saft. 



Die Knospen öffnen sich, sie sind erblüht.
Die Menschen bleiben staunend stehen,
zur Unzeit ist dies Wunder jetzt geschehen,
in ihren Herzen Hoffnung glüht.



"Die Allerschönste war ich im Dezember!"
flüstert die Rose, als der Nachtfrost naht,
das Köpfchen hochgereckt, die Augen glänzen,
"Ich bin bereit! Nur zu! Nimm mich ins Grab!"





Mittwoch, 27. November 2013

Herzensbrecher


***

Vagabundus Trampolin 
kommt auf leisen Sohlen, 
hüpft in aller Mädchen Herz, 
schwupps, ist es gestohlen. 
Seifenglatt ist sein Gebaren,
häkelfein sein Drängen,
„Nur dich lieb ich ganz allein!“
keine lässt ihn hängen. 
Vagabundus Trampolin
bunkert viele Herzen, 
angeknackst und blutig zwar,
weiß nichts von den Schmerzen. 
Teilen will er nur ein Mal
eine Nacht die Stunden,
mit der Maid, die ihm verfällt, 
dann ist er verschwunden. 
Fragt ihn einer nun warum
er die Herzen sammelt, 
ruft er lachend, „Wieso nicht?
Keines ist vergammelt!“
Jetzt bleibt nur noch die Moral,
die Geschichten zieren:
„Wer dem Vagabundus glaubt,
wird sein Herz verlieren.“

***

Montag, 25. November 2013

ausflüchte




komm, süßes kind, 

lass das gemotz,

das ist doch nur fassade,

dein lärmen und dein toben sind, 

so wie dein lächerlicher trotz 

bedauerlich und schade!

die maske ist so spärlich dünn 

und gläsern nur das tarnen, 

drum will ich dich, hör ruhig hin,

um unsretwillen warnen.

den schmerzlich tiefen spalt,

den du hinein gerissen hast,

in unser aller mitten

wirst du mit diesem wehgeschrei

nicht kleben und nicht kitten.


mit starrsinn wirst du dein vergehn

nicht ungeschehen machen, 

du mußt zu deinem fehler stehn, 

sag „SORRY“ – und wir lachen...




***

Freitag, 22. November 2013

GENUSS-WELTEN





lass mich von deinen zarten lippen
das stückchen schokolade nippen,
mit meinem nächtlich trunknen mund.
spürst du den whiskyfeuchten kuss?
du seufzt, ich weiß, es ist genuss!

was eine mischung! whisky-schokolade!
nichts ist so süß – nichts so verführerisch!
das leben ohne sie wär fade,
doch schlimm wär’s nicht,
denn ich hab „DISCH“...

und wolltest du mir keinen glauben schenken?
dann kriegst du’s schriftlich auf papier,
ich bin verrückt, verrückt nach whisky-schokolade,
und selbstverständlich auch nach „DIR“....