vernunft
bist liebste freundin mir und hassobjekt,
mal fichst du aussichtsreich mit scharfer Zunge
und lässt mich matt geschlagen liegen,
ein andermal lockst lächelnd du mich in die Runde
und machst mich freudestrahlend fliegen,
und jubelnd siegen...
spür ich die sanfte hand auf meiner schulter,
die mich verführt den schritt noch zu bedenken,
stößt du mich diesmal hastig in die dunkle schlucht,
und fallend fühl ich deinen kühlen kuss...
ich weiß, ich weiß,
so vielgestaltig ist dein wesen,
was zählt ist das ergebnis meiner tat,
ist's freude, oder ist es ein verdruss,
folg ich dir nach, kann es mir alles geben,
folg ich dir nicht, üb ich an dir verrat!
alle gedichte, fotos, bilder und texte auf diesem blog sind von gabriele brunsch / LadyArt erstellt, andere autoren sind besonders genannt. nicht nur das gesetzliche,auch das aus moralischen gründen zu respektierende urheberrecht gilt hier – obgleich nur der zufall das vergehen aufdecken könnte,aber ist die welt nicht voller zufälle -
Follower
GEOCITIES
Dienstag, 25. Juni 2013
Sonntag, 23. Juni 2013
Venedig - VENICE
***
im flirren des lichts
der leeren gondel
tagtraum
***
shimmering light
the empty gondola's
daydream
***
Mittwoch, 5. Juni 2013
Haiku
***
unverhofft fährt er
mit dem zug durch den regen
mein schirm
***
unexpectedly
my umbrella travels on
through the rain
***
I skipped "the train" in the English version, apparently it wasn't necessary!
Ich ließ im Englischen Text den Zug weg.
Montag, 3. Juni 2013
HAIKU SUNDUST
sundust
the universe dancing
in the living-room
sonnenstaub
das universum tanzt
im wohnzimmer
Samstag, 18. Mai 2013
Donnerstag, 2. Mai 2013
Über die Schönheit in Kunst und Natur - von 2011
Wenn ich nicht wüsste, dass die Schönheit, das Schöne in der Kunst ganze Bibliotheken füllt, fiele es mir leicht hier etwas zu sagen.
Ich will mit etwas Konkretem beginnen. Als Gemüse gab es heute Romanesco-Kohl. Eine wohlschmeckende Beilage, die mich immer wieder in Verzückung versetzt, wenn ich sie vor mir liegen habe, viel zu schade um mit dem Messer hineinzuschneiden, einfach zu schön! Und das ganz aus sich selbst, ohne menschliches Hinzutun, ganz natürlich.
Es durchziehen mich Gedanken an Architektur, an Burgen/Zinnen/Schlösschen/Gartenpavillions/Pagoden/Asiatische Dachkonstruktionen/Türmchen/Parkanlagen, etc. wenn ich diesen Kohl anschaue.
Mathematik, Geometrie, die Schönheit eines Bildes von Escher tauchen vor mir auf, und ist doch nur Natur.
Ob gezüchtet oder nicht, wie groß der Anteil menschlichen Hinzutuns auch immer sein mag, die Orchidee, die Kastanienblüte, das Federrad des Pfaus, der Nebelhauch über der Wiese, das blasse Abendrot im Weiher, alles ist Natur und ist schön.
Und auch wenn es ein Gemeinplatz sein mag, so komme ich doch immer wieder darauf zurück, dass alles vom Menschen Gedachte und Erschaffene im eigentlichen Sinn bereits da ist, oder da war... keine Form, die Kunst erfindet, ist wirklich "neu"!
Und die Mathematik rennt den noch nicht erdachten, den noch nicht vorstellbaren Formen mit ihren Rechnungen hinterher... Oder war es andersherum, gab es gar die Form schon, sie wartete nur auf die Berechnung, und diese konnte nicht errechnet werden, weil die ihr innewohnende Form noch nicht gedacht werden konnte, weil die technischen Möglichkeiten für ihre Darstellung noch nicht existierten: Fermats Satz und seine Lösung sind das blendende Beispiel dafür!
Ein Zitat, das den Erkenntnissen der modernen Quantenphysik und der sie umgebenenden Philosophie voll entspricht:
David Hume (1711-1776) - Beauty in things exists in the mind which contemplates them.
Nach einem Vortrag über "das Schöne in der Kunst" mag leicht Erschöpfung eintreten, wenn man angesichts der überbordenden Schönheit, welche uns die Kunst bietet, plötzlich spürt, dass der Vortrag langatmig und ein wenig bemüht herüberkam, obgleich die besprochenen Kunstwerke allesamt großartig waren, und die Frage an den Referenten ob man nicht Schönheit mit Schönheit vergleichen könne, sprich, die von Kunst mit der von Natur! Ähm! Auch die Antwort bemüht: Wir reden doch über Kunst, nicht wahr?
Die Definition des Schönen und der Ästhetik von Kunst ist nicht vereinbar mit "Natur", weil die Form der wissenschaftlichen Besprechung den Bezug zu ihr ausschließt, denn sonst wäre es ja nicht Kunst, sondern eben Nicht-Kunst, die man ja gerade nicht bespricht - (und Nicht-Kunst wiederum ist selbstverständlich nicht sofort "Natur") ...
Ein unerschöpfliches Thema, das uns, wenn wir denn Natur vor der Nase haben, nicht hindern wird, ihre Schönheit zu erkennen - und in dem Augenblick, da wir sie besprechen, in ein Haikuverslein hineinholen, haben wir einen Vorgang der Transzendenz vollzogen - und was gerade noch Natur ... ist ... jetzt (im besten Falle): Kunst.
Ich will mit etwas Konkretem beginnen. Als Gemüse gab es heute Romanesco-Kohl. Eine wohlschmeckende Beilage, die mich immer wieder in Verzückung versetzt, wenn ich sie vor mir liegen habe, viel zu schade um mit dem Messer hineinzuschneiden, einfach zu schön! Und das ganz aus sich selbst, ohne menschliches Hinzutun, ganz natürlich.
Es durchziehen mich Gedanken an Architektur, an Burgen/Zinnen/Schlösschen/Gartenpavillions/Pagoden/Asiatische Dachkonstruktionen/Türmchen/Parkanlagen, etc. wenn ich diesen Kohl anschaue.
Mathematik, Geometrie, die Schönheit eines Bildes von Escher tauchen vor mir auf, und ist doch nur Natur.
Ob gezüchtet oder nicht, wie groß der Anteil menschlichen Hinzutuns auch immer sein mag, die Orchidee, die Kastanienblüte, das Federrad des Pfaus, der Nebelhauch über der Wiese, das blasse Abendrot im Weiher, alles ist Natur und ist schön.
Und auch wenn es ein Gemeinplatz sein mag, so komme ich doch immer wieder darauf zurück, dass alles vom Menschen Gedachte und Erschaffene im eigentlichen Sinn bereits da ist, oder da war... keine Form, die Kunst erfindet, ist wirklich "neu"!
Und die Mathematik rennt den noch nicht erdachten, den noch nicht vorstellbaren Formen mit ihren Rechnungen hinterher... Oder war es andersherum, gab es gar die Form schon, sie wartete nur auf die Berechnung, und diese konnte nicht errechnet werden, weil die ihr innewohnende Form noch nicht gedacht werden konnte, weil die technischen Möglichkeiten für ihre Darstellung noch nicht existierten: Fermats Satz und seine Lösung sind das blendende Beispiel dafür!
Ein Zitat, das den Erkenntnissen der modernen Quantenphysik und der sie umgebenenden Philosophie voll entspricht:
David Hume (1711-1776) - Beauty in things exists in the mind which contemplates them.
Nach einem Vortrag über "das Schöne in der Kunst" mag leicht Erschöpfung eintreten, wenn man angesichts der überbordenden Schönheit, welche uns die Kunst bietet, plötzlich spürt, dass der Vortrag langatmig und ein wenig bemüht herüberkam, obgleich die besprochenen Kunstwerke allesamt großartig waren, und die Frage an den Referenten ob man nicht Schönheit mit Schönheit vergleichen könne, sprich, die von Kunst mit der von Natur! Ähm! Auch die Antwort bemüht: Wir reden doch über Kunst, nicht wahr?
Die Definition des Schönen und der Ästhetik von Kunst ist nicht vereinbar mit "Natur", weil die Form der wissenschaftlichen Besprechung den Bezug zu ihr ausschließt, denn sonst wäre es ja nicht Kunst, sondern eben Nicht-Kunst, die man ja gerade nicht bespricht - (und Nicht-Kunst wiederum ist selbstverständlich nicht sofort "Natur") ...
Ein unerschöpfliches Thema, das uns, wenn wir denn Natur vor der Nase haben, nicht hindern wird, ihre Schönheit zu erkennen - und in dem Augenblick, da wir sie besprechen, in ein Haikuverslein hineinholen, haben wir einen Vorgang der Transzendenz vollzogen - und was gerade noch Natur ... ist ... jetzt (im besten Falle): Kunst.
Donnerstag, 25. April 2013
Der Froschkönig - Papiertheater - Gabriele Brunsch
Kunst und Literatur im Papiertheater-Kitzingen "er"leben:
Ich möchte Euch alle herzlich einladen einem Ausschnitt meiner Einführung zum Hörspiel
"Der Froschkönig"
zu lauschen.
Ich habe das Märchen für meine Miniatur-Kunst-Bühne erarbeitet. Es ist ein einstündiges Hörspiel. Dies soll ein Teaser sein, der neugierig machen soll auf das ganze Märchen - das Märchen, das die Gebrüder Grimm so wunderbar zusammengefasst haben, das ich aber wieder ausgebreitet habe - ich erzähle die Geschichte vom armen, leidgeprüften Vater, dem König, der seinem jüngsten Töchterchen vollkommen verfallen ist.
Wie soll er sich nur ihren Wünschen widersetzen???
Labels:haiku, non-haiku
Gebrüder Grimm,
Hörspiel,
Märchen,
papiertheater,
theaterstück
Bernhard Albrecht - Wolfsschanze
Diesen Kommentar erhielt ich am 24.April 2013 von Bernhard Albrecht zu meiner Kurzgeschichte
Wolfsschanze eine kleine Geschichte in Gedichtform, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.
Hier: http://ladyart-haiku.blogspot.sk/2011/01/die-wolfsschanze.html
Liebe Gabriele,
Deine so tief empfundene Geschichte erst heute gelesen, danke!
Ich füge, inspiriert durch sie, in Gedichtform eine wahre Begebenheit aus dem Widerstand dieser Zeit hinzu.
Der stille Mut
Am Horizont ferner Erinnerungswelten
lebt sie noch immer, so als sei es erst gestern gewesen
eine junge Frau
im keuchend Wälder durchbrechenden Dampfzug,
das Gesicht gegen die Scheiben gepresst,
mit den Ohren weit den Raum hinter sich ertastend -
in wachsamer Aufmerksamkeit.
Auf ihrem Rücken, gut versteckt hinter dichter Bluse
ein braunes Kuvert, einen kleinen Rucksack darüber;
Lagepläne der Wolfsschanze reisen
als Kassiber durch das Land,
unter den Augen der Geheimen Staatspolizei hindurch,
wird sie es schaffen -
sie hat Mut.
Da, ein Pfeifen und Qualmen,
der Zug hält mitten im Wald,
schwarz Uniformierte huschen aus dem Gebüsch hervor,
entern gleich Pantern
den letzten Wagen des Zuges,
verschwinden im Abteil -
Geheime Staatspolizei, die Ausweise bitte.
Die junge Frau steht auf,
geht langsam nach vorne,
quert lächelnd die offenen Übergänge
mehrerer Wagons, betritt den Gepäckwagen;
der Schaffner dort, über sein Pult gebeugt, blickt auf,
sie schaut auf ihr Fahrrad -
eine endlos erscheinende Minute des Schweigens, er versteht.
In einer engen Kurve, als der Zug langsamer fährt,
öffnet er die Schiebetür, packt das Fahrrad
und wirft es eine Böschung hinunter,
sie, obwohl ungeübt in derlei Belangen,
springt hinterher, überschlägt sich mehrfach,
steht auf, wie durch ein Wunder unverletzt -
reisst ihr Fahrrad hoch und verschwindet in den Wäldern.
Das Nahen tief fliegender Flugzeuge,
Maschinengewehrfeuer auf den Zug decken ihre Flucht,
die Geheime Staatspolizei, die Menschen im Zug
laufen springen um ihr Leben, niemand sieht sie;
eine Stunde später steckt der Kassiber in einem Mauerschlitz,
der nächste Bote, ein Mann, stutzt -
eine so junge Frau, sie geht lächelnd ihrer Wege.
© Bernhard Albrecht, 24.04.2013
Wolfsschanze eine kleine Geschichte in Gedichtform, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.
Hier: http://ladyart-haiku.blogspot.sk/2011/01/die-wolfsschanze.html
Liebe Gabriele,
Deine so tief empfundene Geschichte erst heute gelesen, danke!
Ich füge, inspiriert durch sie, in Gedichtform eine wahre Begebenheit aus dem Widerstand dieser Zeit hinzu.
Der stille Mut
Am Horizont ferner Erinnerungswelten
lebt sie noch immer, so als sei es erst gestern gewesen
eine junge Frau
im keuchend Wälder durchbrechenden Dampfzug,
das Gesicht gegen die Scheiben gepresst,
mit den Ohren weit den Raum hinter sich ertastend -
in wachsamer Aufmerksamkeit.
Auf ihrem Rücken, gut versteckt hinter dichter Bluse
ein braunes Kuvert, einen kleinen Rucksack darüber;
Lagepläne der Wolfsschanze reisen
als Kassiber durch das Land,
unter den Augen der Geheimen Staatspolizei hindurch,
wird sie es schaffen -
sie hat Mut.
Da, ein Pfeifen und Qualmen,
der Zug hält mitten im Wald,
schwarz Uniformierte huschen aus dem Gebüsch hervor,
entern gleich Pantern
den letzten Wagen des Zuges,
verschwinden im Abteil -
Geheime Staatspolizei, die Ausweise bitte.
Die junge Frau steht auf,
geht langsam nach vorne,
quert lächelnd die offenen Übergänge
mehrerer Wagons, betritt den Gepäckwagen;
der Schaffner dort, über sein Pult gebeugt, blickt auf,
sie schaut auf ihr Fahrrad -
eine endlos erscheinende Minute des Schweigens, er versteht.
In einer engen Kurve, als der Zug langsamer fährt,
öffnet er die Schiebetür, packt das Fahrrad
und wirft es eine Böschung hinunter,
sie, obwohl ungeübt in derlei Belangen,
springt hinterher, überschlägt sich mehrfach,
steht auf, wie durch ein Wunder unverletzt -
reisst ihr Fahrrad hoch und verschwindet in den Wäldern.
Das Nahen tief fliegender Flugzeuge,
Maschinengewehrfeuer auf den Zug decken ihre Flucht,
die Geheime Staatspolizei, die Menschen im Zug
laufen springen um ihr Leben, niemand sieht sie;
eine Stunde später steckt der Kassiber in einem Mauerschlitz,
der nächste Bote, ein Mann, stutzt -
eine so junge Frau, sie geht lächelnd ihrer Wege.
© Bernhard Albrecht, 24.04.2013
Mittwoch, 24. April 2013
Mein langjähriger Freund Miroslav Dusanic hat mein Gedicht
Traumfolgen
ins Serbische übertragen. Ich möchte mich inniglich dafür bedanken:
Traumfolgen
ins Serbische übertragen. Ich möchte mich inniglich dafür bedanken:
Трагом сна
Једну мрежу од сјенки, ноћ је исткала,
у њој објешени знакови од хладног стакла,
додирне ли твој прст ове глатке предмете,
огласе се земаљска звона, дугом звоњавом.
Дашак вјетра, треперећи, растури мрежу,
ткану од сјенки знакова и угланцаног стакла,
и само музика, јасних, чаробних звукова
вибрира још, иако је поодавно, освануо дан.
Габриеле Брунш
Sonntag, 21. April 2013
Traumfolgen
ein netz aus schatten hat die nacht gewoben
drin baumeln zeichen, sind aus kaltem glas,
berührt dein finger diese glatten wesen
ertönen sphärenklänge, klingen lange nach.
ein windhauch hat schimärenhaft zerstoben
die schattenzeichen netz und glattes glas,
nur die musik, aus lichten wunderklängen,
vibrierte noch, als längst der tag anbrach.
Voller Dankbarkeit füge ich Bernhard Albrechts
Gedicht, das er mir im Kommentar zugeschickt hat, hinzu:
Quelle
Die Stille
der Unmittelbarkeit einatmend
vibrieren Worte
im Klang der Sphären,
Nacht erhellt sich
im Tanz der Wesen,
die kreisend Deine Wege umfassen.
Du staunst,
spürst die Kraft,
die im Loslassen Dir zukommt -
verstehst,
findest Dich neu
von Augenblick zu Augenblick.
© Bernhard Albrecht, 22.04.2013
für Gabriele Brunsch
Labels:haiku, non-haiku
gedicht,
impression,
l'art pour l'art,
lyrik
Donnerstag, 18. April 2013
Karfunkelstein
MÄRZ 2008
Der Karfunkelstein
von björn ziegert
Unterm Meer in einem Graben
liegt ein riesiger Karfunkel
Jeder will ihn gerne haben
doch da unten ist es dunkel
Solche Steine sind verflucht
Dicke Kraken sind die Wächter
Mancher Wal hat ihn gesucht
– und hörte nur Gelächter
Das Karfunkelsteinergänzungsgedicht von Gabriele Brunsch
..hörte wie das irre Lachen,
in den Wassern wogte, wallte,
bis es an den Schiffsbug knallte,
wo ein schönes Mädchen stand,
welches lauschend gleich verstand
und sich in die Wogen warf.
(war auf den Karfunkel scharf)
Wie ein Pfeil schoss es zum Grund,
stopft das Kleinod in den Mund,
barg es unter ihrer Zunge,
schwamm ganz forsch mit reicher Lunge hoch,
doch dann der Schreck,
Karfunkel da, doch Schiff ist weg...
...längst ist jeder Laut verklungen,
nur ein Haufen Meerjungfrauen
singen in den Algenauen,
Klagelieder, hoffnungsleer
lausche nur des nachts am Meer...
Die Moral von der Geschicht,
Meerkarfunkel sucht man nicht.
15000
Gerade durfte ich meinen 15000. Besucher auf meiner Blogseite begrüßen - er kam aus Norwegen...
Ich freue mich und danke Euch allen, liebe Freunde, für Eure Treue!!!
Ich freue mich und danke Euch allen, liebe Freunde, für Eure Treue!!!
Montag, 1. April 2013
ZWISCHENZEIT - WINTERFRÜHLING
die zwischenzeit im winterkleid ist jetzt instanz
ist wie die greise dort, im kreidebleichen licht,
in hautweiß, haarweiß, farblos schicht um schicht,
und vor den scheiben tobt der flockentanz.
ist denn die welt vergreist, im klang erstorben,
in ihrem körper leblos-kraftlos winterlich erstarrt,
die sinngeburt der frischen zeit verdorben,
weil winter winterlich den frühling narrt?
im köcher liegen fruchtend schon die pfeile,
der bogen festgespannt, es könnten farben platzen,
im grunde tiefster wachstumslusterwartung,
lauert die zeit um aus sich selbst zu wachsen.
doch nichts geschieht. das grau aus kalter luft
bleibt märzend eisig, lässt sich fröstelnd locken
und sticht in kälte nur, verzweifelt seufzt und ruft,
was heiser gurrt, doch kichernd kühl verpufft...
ist wie die greise dort, im kreidebleichen licht,
in hautweiß, haarweiß, farblos schicht um schicht,
und vor den scheiben tobt der flockentanz.
ist denn die welt vergreist, im klang erstorben,
in ihrem körper leblos-kraftlos winterlich erstarrt,
die sinngeburt der frischen zeit verdorben,
weil winter winterlich den frühling narrt?
im köcher liegen fruchtend schon die pfeile,
der bogen festgespannt, es könnten farben platzen,
im grunde tiefster wachstumslusterwartung,
lauert die zeit um aus sich selbst zu wachsen.
doch nichts geschieht. das grau aus kalter luft
bleibt märzend eisig, lässt sich fröstelnd locken
und sticht in kälte nur, verzweifelt seufzt und ruft,
was heiser gurrt, doch kichernd kühl verpufft...
Sonntag, 31. März 2013
Schlaf des Dichters
***
Schlaf des Dichters
Das rote Siegel, Schlaf und Traum,
verbannt des Lichtes düsterste Gestalten,
den Flittergeist aus Wort und Angst und Wut,
das Hingehauchte und das Ausgestoßne,
das grelle Bildgemisch von
zäh-vertropften Stunden
schließt ab und öffnet,
das ist gut...
Die rätselhafte Macht des Siegels:
(da ist nichts mehr wie es gerade war)
bewahrt nur scheinbar Klang und Sinn,
verschüttelt Wort und Wort ganz ohne Zutun,
und bietet sie beim Aufbruch
scheuen Blicken
- von Staub befreit -
zum Neubeginn.
***
Schlaf des Dichters
Das rote Siegel, Schlaf und Traum,
verbannt des Lichtes düsterste Gestalten,
den Flittergeist aus Wort und Angst und Wut,
das Hingehauchte und das Ausgestoßne,
das grelle Bildgemisch von
zäh-vertropften Stunden
schließt ab und öffnet,
das ist gut...
Die rätselhafte Macht des Siegels:
(da ist nichts mehr wie es gerade war)
bewahrt nur scheinbar Klang und Sinn,
verschüttelt Wort und Wort ganz ohne Zutun,
und bietet sie beim Aufbruch
scheuen Blicken
- von Staub befreit -
zum Neubeginn.
***
Labels:haiku, non-haiku
Gedanke zur Kunst,
gedicht,
Kunst,
Kunstwerk,
monolog
Donnerstag, 14. März 2013
Eis (Orgelpfeifen) Zapfen
Eispfeifen,
werfen Lichtmelodien
in den bitterkalten Garten,
Klangzapfen,
klingen so leise, so leise,
und die dicken Schneeflocken,
wirbeln um mich herum.
Plötzlich bin ich
im Zentrum der Eiskugel,
ich reibe mir die Augen,
denn es ist,
als träume ich,
ich könnte den einen
Schritt tun
und wäre
in einer
anderen
Welt.
Doch
hinter der
Glaswand verborgen
sonderbar milchig
die Eiszeit
des unwirklichen
Frühlings...
Doch
hinter der
Glaswand verborgen
sonderbar milchig
die Eiszeit
des unwirklichen
Frühlings...
Dienstag, 12. März 2013
Graffiti
GRAFFITI
ich hasse diese öden leeren ausgelebten wände,
an häusern, tunneln, bröckelnden fassaden,
...ich wohne mittendrin und wollte sterben...
ich hasse diese öden leeren ausgelebten wesen,
die in den hinterhöfen hinter fahlen mauern leben,
...ich wohne mittendrin und will nicht sterben...
ist rot ihr herz, so schlägt es monoton im blassen takt
jahrausjahrein – ihr inneres ist wie die mauern nackt,
...ich wohne mittendrin und werde leben...
wer macht die fehlerhafte welt so willenlos,
dass sie sich einlässt auf das kahle, kalte blasse?
...ich wohne mittendrin und lebe...
ist nicht die haut des körpers atemschicht,
ist die haut tot, dann lebt der körper nicht.
...ich wohne mittendrin und lebe, lebe...
will gott sein, kreateur zum trost der augen,
als spurenleger -licht in seele- will ich taugen,
...ich wohne mittendrin und lebe, lebe, lebe...
mit farben lösche ich das farbenelend aus
ich spraye wortgeflecht und bild auf jedes haus.
...ich wohne mittendrin und lebe, lebe, lebe..
ich hasse diese öden leeren ausgelebten wände,
an häusern, tunneln, bröckelnden fassaden,
...ich wohne mittendrin und wollte sterben...
ich hasse diese öden leeren ausgelebten wesen,
die in den hinterhöfen hinter fahlen mauern leben,
...ich wohne mittendrin und will nicht sterben...
ist rot ihr herz, so schlägt es monoton im blassen takt
jahrausjahrein – ihr inneres ist wie die mauern nackt,
...ich wohne mittendrin und werde leben...
wer macht die fehlerhafte welt so willenlos,
dass sie sich einlässt auf das kahle, kalte blasse?
...ich wohne mittendrin und lebe...
ist nicht die haut des körpers atemschicht,
ist die haut tot, dann lebt der körper nicht.
...ich wohne mittendrin und lebe, lebe...
will gott sein, kreateur zum trost der augen,
als spurenleger -licht in seele- will ich taugen,
...ich wohne mittendrin und lebe, lebe, lebe...
mit farben lösche ich das farbenelend aus
ich spraye wortgeflecht und bild auf jedes haus.
...ich wohne mittendrin und lebe, lebe, lebe..
Labels:haiku, non-haiku
gedicht,
Graffiti,
Graffito,
Kunst,
Kunstwerk,
l'art pour l'art,
Lebenskunst,
lyrik,
monolog,
poesie,
selbstbetrachtung,
Selbsthilfe
Freitag, 8. März 2013
Sucht
SUCHT
im tiefsten dunkel meiner kalten nächte
bin unstet ich, gelang an meine grenzen,
ich torkel schwach zu virtuellen umschlagplätzen,
wo träume und gedichte sie verticken,
die scheinwelt abgelegter bildsequenzen,
als sei des glückes ursprung, sei sein unterhalt
in wortgeweben, teppichen zu finden.
man könnte fliegen, flüstern sie,
und preisen das verdichten
gleich einer rettung vor dem untergehen.
zu viel von diesem stoff kann dich vernichten,
du darfst dich nicht in dieser welt verstricken,
fliehst du nicht jetzt, dann schaffst du’s nie.
© gabriele brunsch
Labels:haiku, non-haiku
abhängigkeit vom PC,
Blogs,
gedicht,
Internetabhängigkeit,
Kunst,
Kunstwerk,
philosophie,
selbstbetrachtung,
sucht
Mittwoch, 27. Februar 2013
licht am ende des tunnels
...beim eintreten in den tunnel ist es hell
und wir können unserem schatten folgen,
bis tief hinein, bis er abnimmt,
bis die schwärze dann ihn und uns selbst auffrisst.
nur gut, wenn dann das ende des tunnels,
mit seinem licht schon wieder sichtbar ist
und dein schatten
jetzt hinter dir zu wachsen beginnt.
wendest du dich jetzt um,
siehst du licht auf beiden seiten.
du könntest auch umkehren, jetzt,
hoffnung auf beiden seiten...
im leben ist die umkehr nicht möglich,
da gibt es nur ein weiter,
und wenn dann das licht am ende nicht aufflackert,
weil die nacht schon heraufdämmert,
dann, ja, dann, wird es mit der hoffnung
auch nicht so weit her sein.
oh, dann kommt die verbitterung
und die aussichtslosigkeit
und die angst, möglicherweise.
und die göttliche kraft und der mut,
wem es gelingt, die dann noch herbeizuspüren,
der ist ohnehin
selbst durch den düstersten tunnel
nicht klein zu kriegen...
und wir können unserem schatten folgen,
bis tief hinein, bis er abnimmt,
bis die schwärze dann ihn und uns selbst auffrisst.
nur gut, wenn dann das ende des tunnels,
mit seinem licht schon wieder sichtbar ist
und dein schatten
jetzt hinter dir zu wachsen beginnt.
wendest du dich jetzt um,
siehst du licht auf beiden seiten.
du könntest auch umkehren, jetzt,
hoffnung auf beiden seiten...
im leben ist die umkehr nicht möglich,
da gibt es nur ein weiter,
und wenn dann das licht am ende nicht aufflackert,
weil die nacht schon heraufdämmert,
dann, ja, dann, wird es mit der hoffnung
auch nicht so weit her sein.
oh, dann kommt die verbitterung
und die aussichtslosigkeit
und die angst, möglicherweise.
und die göttliche kraft und der mut,
wem es gelingt, die dann noch herbeizuspüren,
der ist ohnehin
selbst durch den düstersten tunnel
nicht klein zu kriegen...
Montag, 25. Februar 2013
Hinzugedicht zu meinem "Mir fehlen die Worte" von Bernhard Albrecht
Bernhard Albrecht25/2/13
Lauschendes Fragezeichen
Still schwingen sie sich hinaus in den Umkreis,
koboldisch verschmitzt lächelnd;
die Arme an den Enden bizarr verknotet,
komisch verzerrt und doch ...
zum leisen Lachen verleitend ihr Ausdruck.
So stehst Du, Geist der Platane,
wie herausgefallen aus einer anderen Welt da,
ein still lauschend Fragezeichen. -
Amüsierst Du Dich über meine
ausweglosen inneren Verschränkungen?
Fast scheu erheben sich aus Deinen Köpfen
vereinzelte Zweige hinein in den Licht-Umkreis,
lauschen wie in weite Fernen
dem Wind, der ihre Spitzen erzittern lässt,
umfassen leise erahnend sich gebärendes Licht.
Nicht lange mehr und Du trägst in Deiner Krone
einen Blütenkelch voll paradiesischer Unschuld,
vergessen lassend den Frost der eigenen Seele,
die Unbill des Unmöglichen.
Du Frühlingsbote in frostiger Verkleidung,
Bringer Du, in kalter Winternacht gereifter, erneuter Fülle.
© Bernhard Albrecht, 25.02.2013
Mit einem herzlichen Gruss, Dir liebe Gabriele, zugeeignet.
Sonntag, 24. Februar 2013
mir fehlen die worte
mir fehlen die worte,
so gerne würde ich schreiben,
was mich bewegte,
als ich die eiseskälte in meine lungen holte
und meine augen geblendet waren
vom tausendfachen funkeln im schnee,
als die morgensonne den nebel durchbrach
und ich die welt so neu wahrnahm,
diese stille stunde,
in der ich allein über die felder lief,
fernab, nur von rehen überrascht,
die ins unterholz flüchteten...
mir fehlen die worte,
mir fehlt die innere stimme,
die zu mir spricht,
ich spür noch das gleisen,
ich spür noch das glück,
ich spür noch das glänzen,
doch es wird kein gedicht...
mir fehlen die worte,
weil ich mich zugewortet fühle,
in worten zu ersticken drohe,
drum fehlen sie mir,
wage ich nicht eines anzufassen,
es zu nehmen, dieses eine,
das den zustand beschreiben könnte,
dieses eine kleine wort, oder jenes,
vielleicht eines von den hellen,
denen, die klingen, wenn man sie schreibt,
die klingen, wenn man sie sagt,
oder schimmern,
oder ein echo haben,
und schwingen...
ich kann es nicht,
es ist, als hielte mich
unsichre angst in ihrem griff,
hielte mich dort an der kehle,
wo luft und wortform
zu klang werden
als ging mir der atem verloren,
als ging mir der wortwert verloren,
als drückte ich, wenn ich es wage,
das kleine wort tot...
ausgesetzt der schmerzlichen
verelendung von worten
diesen hilflosen,
grausam ausgebeuteten miniaturen.
ich werde mich zurückziehen
aus dem schlachtfeld
der zeilen und phrasen,
aus der achtlosen verwortung
der ich ausgeliefert bin,
als träte ich stündlich auf
minen,
die in mir implodieren
und immer implodiert ein teil von mir mit...
nur in der stille,
in meiner stille,
der wortlosen stille,
der wortleeren stille,
wird es mir gelingen,
meine worte gesunden zu lassen.
Labels:haiku, non-haiku
lyrik,
monolog,
philosophie,
poesie,
Warum Kunst?,
wort und bild
Abonnieren
Posts (Atom)
