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Samstag, 2. Januar 2010

NEUJAHRSNACHT




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wär ich voll unschuld - wär mir das hoffen so leicht,
und der eisige schneewind der sonnwendnacht
trüge spuren vom längeren tag in meine träume,
wäre der lilafarbene horizont nicht erstarrtes licht,
sondern ein abendschein seltener schönheit.


so stolper ich über flaschen, papiergirlanden,
und hölzerne stöckchen, raketentuben,
reste der haltlosen nacht, wo alles jubel ist,
heiterkeitssalven und lichterirrsinn, taub und stumm,
inmitten des trubels, ermattet, geschoben, gehalten,
im zentrum des kreisels, lustlos ins neue jahr.




Kommentare:

  1. hi ladyart...dein post stimmt sehr nachdenklich...allein dein anfang mit dem gedanken der "schuld"...ich persönlich habe eine aversion gegen dieses wort weil alles in gut und böse, schuld und unschuld aufgeteilt wird...ich kenne genug von solchen personen die auf diese art und weise durch leben gehen und immer nur einteilen...lass dich davon nicht anstecken und niederreißen lassen...vielleicht gibt es tatsächlich dinge die in einem schuld aufkommen lassen...(spreche aus erfahrung)...doch ist jedes hindernis die chance neue wege und spuren zu hinterlassen...

    ich wünsch dir was
    jens

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  2. Ich kann so Vieles, was aus Deinem Text an Ekel spricht, nach- und selber empfinden. Und doch ist da immer auch ein Stück des Jubels über die Möglichkeit des Wiederunschuldigwerdens in den Papiergirlanden und sogar in den Raketentuben versteckt.
    Empfinden zu lassen, dass hier mehr Reinheit uns besser tun könnte, wäre eine lohnende Aufgabe von uns Schreibenden.

    Dass Du lustvoll ins neue Jahr starten kannst, wünsche ich Dir so sehr!

    Liebe Grüße
    Helmut

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  3. @Jens

    Es freut mich, dass ich Dich mit meinen Worten nachdenklich machen konnte.
    Danke für Deine aufmunternden Worte - ein Gedicht ist immer eine Gesamtheit in sich selbst, kann auch Stimmungsbild eines gelebten Augenblicks sein, muss aber nicht, in diesem Fall ist es schon so.
    Das "Spiel" mit der "Unschuld" und diesem wunderschönen vieldeutigen Wort ist eine Fortführung eines Gedankengangs, den ich ein Gedicht weiter unten angestoßen hatte, und auch im Kommentar zu meinem Gedicht "...und ist mein Krieg am Hindukusch" kommt das Wort "Schuld" als nichtvorkommend vor.
    Es gibt viel zu denken in diesem Jahr...

    Danke für Deinen Besuch


    @Helmut

    Du hast natürlich Recht, die Fähigkeit kindliche Freude im Überschwang zu empfinden sollte niemals verloren gehen. Und wenn Du von der Hoffnung und Möglichkeit eines Wiederunschuldigwerdens sprichst, dann will ich das gerne auf mich wirken lassen und dem Gedanken eine Chance geben...
    Für den Wunsch lustvoll ins neue Jahr zu starten danke ich Dir inniglich...

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  4. Liebe Gabriele,
    mich hat ja schon Dein erster (weihnachtlicher) Gedankengang zu diesem Thema sehr angesprochen … dieses „wäre ich voll unschuld“ … steht für mich für die Fähigkeit der Sehnsucht, hat eigentlich - für mich jedenfalls – mit Schuld nicht so viel zu tun, mehr lese ich den Verlust, der Fähigkeit zum Träumen, Hoffen, der Freude und das ist manchmal schwer genug, da diese „Unschuld“ oft einfach unwiederbringlich verloren scheint, in Dunkelheit, Gewalt und Trubel untergeht.
    Ein für mich sehr wichtiger Leitsatz ist:

    „Freude erfordert mehr Hingabe, mehr Mut als der Schmerz. Sich der Freude hingeben heißt, genau so weit das unbekannte Dunkle herausfordern.“
    … von Hugo v. Hofmannsthal und ich habe in langen Jahren erkannt, wie wahr er ist und wie immens wichtig. Denn genau dieses Denken, ja Umdenken auch meinerseits scheint in die Richtung des Wiederunschuldigwerdens zu gehen und somit auch zum Wiedererlangen der Fähigkeit zur Freude und zum Hoffen. Dass das neue Jahr auch diese Gedanken bei Dir eine wirkliche Chance erhalten und Du für Dich die Möglichkeit der Wiederentdeckung siehst wünsche ich Dir von ganzem Herzen.

    Alles Liebe
    Isabella

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