alle gedichte, fotos, bilder und texte auf diesem blog sind von gabriele brunsch / LadyArt erstellt, andere autoren sind besonders genannt. nicht nur das gesetzliche,auch das aus moralischen gründen zu respektierende urheberrecht gilt hier – obgleich nur der zufall das vergehen aufdecken könnte,aber ist die welt nicht voller zufälle -

Copyright for all POEMS, TEXTS, PHOTOS and PAINTINGS published here is reserved to © Gabriele Brunsch

DIESES BLOG WIRD ARCHIVIERT vom DEUTSCHEN LITERATUR ARCHIV MARBACH

DIESES BLOG WIRD ARCHIVIERT vom DEUTSCHEN LITERATUR  ARCHIV  MARBACH
Deutsches LiteraturArchiv Marbach

Follower

Samstag, 16. Mai 2015

Parkspaziergang

...geh mit mir in den schattigen Park
um Atem zu holen, dort, fernab ins Grüne.
Geh mit mir in die frischeste Kühle,
um Abstand zu schaffen zu dem Gewühle,
dem Wust von wirren Gedanken.

Gabriele Brunschs Foto.
Lass uns nur stehen und ruhen,
ganz still, Einkehr halten,
nichts fragen, nichts sagen,
wissend, dass ohne Worte,
im Einklang, Verstehen
Erkenntnis schafft..
.

© by Gabriele Brunsch 

Freitag, 15. Mai 2015

Dreizeiler - Haiku



schon wieder

tirilliert die nachtigall

als wär es damals

Dienstag, 12. Mai 2015

Die größte Offenbarung ist die Stille

Sprecherin: Friederike-Therese Brunsch
Lyrics: Wolfgang-Imre Brunsch (1979 - 2003)

Music: OCIRAA



.
.
.


.
.
.


Montag, 26. Januar 2015

Dreizeiler

Diese Dreizeiler in Form des Haiku schrieb ich vor einigen Jahren, 
doch sie haben für mich nichts an Aussagekraft und Brisanz verloren.

Mittwoch, 14. Januar 2015

Der Froschkönig - frei nach dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm

Vor einigen Jahren nahm ich das Märchen in die Hände und durchsuchte alle Nuancen, die es enthielt. Ich träumte mich zurück in meine Kindheit, als meine Mutter mir das Märchen abends am Bettrand immer wieder vorlesen musste. Ich mochte das Märchen nicht, es war einfach furchtbar! Das Prinzesschen war ein schrecklich arrogantes Mädchen, das mit ziemlichem Eigensinn ihren Willen durchsetzte - durchtrieben war sie auch. Nein, ich konnte sie nicht leiden. Trotzdem zog es mich immer wieder hin zu dieser so absurden Geschichte.
Dass sie dann den wunderhübschen Prinzen bekam, das machte mich schon als Kind sehr nachdenklich. Normalerweise bekamen die braven und guten Mädchen einen Prinzen (Aschenputtel oder Rapunzel), in diesem Falle jedoch war alles anders. Das machte mich zudem auch wütend.
Um endlich hinter das Geschehen zu kommen, ließ ich meinen Gedanken freien Lauf, jetzt war ich  erwachsen, zugegeben schon "alt und erfahren" und konnte mir alles, was ich als Kind gar nicht verstand, erklären. (Dass die Bösen oft die Besten bekommen - ereignet sich bisweilen - und lässt mich schmunzeln.)
Ich forschte nach dem Grund, was wohl geschehen war, dass der König seiner Tochter eine goldene Kugel schenken musste. Man bedenke: Eine Kugel aus Gold, die ist mächtig schwer, und spielen kann man mit ihr auch nicht wirklich!
Ich weiß, dass es viele kluge Interpretationen zum Märchen gibt, ich liefere meine dazu. Ich habe ein Hörspiel gemacht und 12 Szenen mit 10 Bildern gezeichnet. Dazu viele, viele Figuren, die sich in den Bildern bewegen:

Hier ist der Beginn der Einführung, bevor das eigentliche Märchen beginnt:

Es ist ein einstündiges, sehr humorvolles Theaterstück daraus geworden. Die Aufführungen finden in Kitzingen am Main, Grabkirchgasse 4a statt. Viele Gäste kommen, bisweilen auch von weit her, um die Inszenierungen zu sehen. Es ist ein Erlebnis der besonderen Art. 



Das Prinzesschen läuft sehr gelangweilt mit ihrem goldenen Ball zum Gewässer. 
Auf der Homepage des Papiertheaters kann man sich über das Papiertheater Kitzingen informieren:

www.papiertheater-kitzingen.de

Ein kleiner Artikel weist auf die Ereignisse im Hintergrund hin, wen es interessiert, der mag ihn gerne lesen:


Sonntag, 28. Dezember 2014

Mein "Papiertheater Kitzingen" !

http://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/leben/detailansicht-leben-in-bayern/artikel/papierfiguren-leben-einhauchen.html

Papierfiguren Leben einhauchen

Alte Kunst: Miniaturkunstbühnen liegen im Trend

Barocke Papierfiguren. (Foto: dpa)
Barocke Papierfiguren. (Foto: dpa)
Es ist dunkel in dem kleinen Raum. 16 Zuschauer sitzen nah beieinander und schauen auf eine kleine schwarze Bühne. Davor steht Gabriele Brunsch in einem schwarzen, langen Samtkleid. Sie hebt sich kaum vom schwarzen Bühnenhintergrund ab - und das ist Absicht. Denn die Hauptrollen des Theaterstücks «Mutabor - das Märchen vom Kalif Storch», das sie gleich aufführen wird, spielen andere: Papierfiguren.
Alles ist selbst gemacht - die Kulisse, die Bühne und die filigranen Papierfiguren, die die 65-Jährige auf kleinen Schienen hin und herschiebt. Dazu beleuchtet sie selbst, spielt Hintergrundmusik ab und spricht die Dialoge. Ein Ein-Mann-Theater mit historischer Vergangenheit.
«Miniaturkunstbühnen wie diese gibt es seit Neuestem wieder in ganz Deutschland», sagt Nina Schneider, Abteilungsleiterin im deutschen Papiertheatermuseum in Hanau. «Das Papiertheater entstand in Deutschland, wie auch in anderen europäischen Ländern, im frühen 19. Jahrhundert, in der Biedermeierzeit. Es überlebte drei große Kriege und wurde erst vom Fernsehen abgelöst», erläutert Claudia Selheim, Sammlungsleiterin der Abteilung Volkskunde und Spielzeug im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Damals habe es die gehobene Bürgerschicht geliebt, sich daheim unter anderem mit Theater und Musik zu unterhalten. Es gab allein in Deutschland 16 Verlage, die sogenannte Papiertheater vertrieben.

Eigenes Theater im Wohnzimmer

Man konnte sich sein eigenes Theaterstück im Wohnzimmer inszenieren. Oftmals waren die Bühnenportale bekannten großen Bühnen nachgebildet. Außerdem waren ein oder mehrere Bühnenbilder und Figuren für das Stück erforderlich und im Set dabei. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandelte sich das Papiertheater zum Kindertheater, in dem zunehmend Märchen gespielt wurden. Mit dem Aufstreben von Kino und Fernsehen ging das Papiertheater langsam unter, nur in den nordischen Ländern und im Baltikum überlebte es ohne größere Unterbrechung.
Die Papiertheater-Sammlung im Germanischen Nationalmuseum wurde in den späten 1990er Jahren von einem Sammler erworben. Konzipiert hat die Ausstellung damals Katharina Siefert, heute arbeitet sie im Badischen Landesmuseum Karlsruhe. Auch sie sieht eine Wiedergeburt der Papiertheater in Deutschland, sie schätzt die Zahl der Bühnen momentan auf 30 Stück, mit steigender Tendenz. «Eine Zukunft liegt auch im pädagogischen Bereich, da dieses Medium in Kindergärten und Schulen sehr gut einsetzbar ist und ankommt.»

Mehr Raum für die Fantasie

Die meisten Papiertheater spielen auf Bestellung und reisen damit auch zu Kindergärten und Schulen. Das Publikum in den Papiertheatern setzt sich zu zwei Dritteln aus Erwachsenen und einem Drittel aus Kindern zusammen. Und die Nachfrage ist groß. «Die Stücke im Hanauer Schloss, die der Papiertheater-Verein einmal im Monat inszeniert, sind immer ausgebucht», sagt Schneider.
Auch für Brunschs Vorstellungen sind die Karten schnell knapp. Die Kitzinger Theaterleiterin Brunsch selbst fing 1998 mit zwei Freundinnen mit Papiertheater an, damals inszenierte sie den «Fliegenden Holländer». Ihre Initialzündung erhielt sie dann endgültig in Preetz in Schleswig-Holstein, wo jedes Jahr das internationale Festival für Papiertheater stattfindet. Ihr eigenes Theater eröffnete sie 2003 in Kitzingen. Derzeit stehen sechs Stücke auf ihrem Programm. «Hauptsaison ist bei uns die kühle Jahreszeit», sagt sie.
Zur Mutabor-Vorstellung nach Kitzingen sind eigens zwei Frauen aus München angereist, angeregt durch einen Bericht im Bayerischen Fernsehen. «Bei uns in München gibt es das nicht. Wir sind fasziniert, weil es ein so ganz anderes Theater ist, der Fantasie Raum lässt», sagt eine der beiden Frauen nach der Vorstellung. Eine andere Besucherin aus Eibelstadt ist bereits zum dritten Mal da. «DieVorstellung ist kompakt und kurz und erfordert volle Konzentration. Außerdem ist das für mich Nostalgie pur.» Auch die kleinen Gäste sind begeistert: «Die Bilder sind so schön», sagt eines der Kinder nach der einstündigen Vorstellung. (Thomas Meyer, dpa)
(Foto: Die Kitzunger Theaterleiterin Gabriele Brunsch mit ihrem Papiertheater, dpa)

Freitag, 19. Dezember 2014

weiße weihnacht


weiße weihnacht
nur ein traum ins grau geträumt
wettertheater

Donnerstag, 4. Dezember 2014

GPS

waldweg im regen
kein punkt auf dem monitor
niemandsland

vergoogelt

total vergoogelt
rinnsale der zeit
sickern ins nichts

Samstag, 22. November 2014

Demokratie - der Mensch schafft es nicht!

...nach einer Diskussion zur lupenreinen Demokratie, die einfach unrealisierbar ist, schrieb ich:


Erst zum Diamanten geschmolzen 

wird der Mensch 

lupenrein 

sein!

Dienstag, 18. November 2014

Herbstnebel



Herbstnebel

Im frühen Winter steigen die Nebel so träge
und vernichten das Tal, Hang und Fluss.
Undurchdringlich, grau-milchig, habgierig.

Alles ist dicht. Und die Feuchtigkeit kriecht dir
alles verdunkelnd dumpf in die Glieder,
die Stimmen sind nirgendwo. Alles ist dicht.

Augenblicke haben keinen Ausblick. Du ahnst,
da irgendwo vom Main kommt er her, der Nebel,
da irgendwo, am Faden der Straße, das Dorf.

Die Äcker gepflügt, rollen sich weg ins Nichts rein,
und die Düsternis deckt deine Niederlage
und deine Betroffenheit wie ein Leichentuch zu.

Wie mögen die Schiffe die Fahrrinne finden,
wenn dein Fuß kaum sein Ziel kennt,
dort, und die Pfützen am Weg, blind-lachig.

Die Erinnerung ist erblindet. War da ein Jahr,
ein Sommer? War da ein Lachen, blaues Licht?
Frostig lähmt Ungläubigkeit deinen Sinn.

Ufergeröll? Ja der Treidelpfad, qualvolles Keuchen -
und Rufen vom Boot her,  Flüche - hilflos -
flussauf, auf gehts, weiter, die Reise ist lang...

Wie du dich an Bildfetzen klammerst,
naiv-schaudernd,  die klammen Hände vergraben,
wird dein Herz zu einem Herzen aus Eis.

Der matte Scheinwerfer, ein verirrter Wagen,
drängt dich, verschwindet, nimmt den Anflug
von Hoffnung weg mit sich ins grau-graue Nichts.

Hier kannst du nicht bleiben, schaffst du es nicht,
dann wird  dich die taube Ziellosigkeit
einfach verschlucken und dich zerfressen im Leeren...  

© by Gabriele Brunsch (frühe 90er)

Donnerstag, 13. November 2014

PSALM

...während einer Diskussion mit einem Theologen bei FB erinnerte ich mich an dieses Gedicht, das ich 16jährig schrieb, nachdem ich von der Verfolgung der Juden im 3. Reich erfahren hatte und der Schuld der Elterngeneration und mich in unendlichen Seelennöten befand, haderte und zürnte und verzweifelt war, den charismatischen Glauben in Kindheit und Pubertät wie Scherben in meinen blutigen Fingern hielt:

Psalm 

Das Licht der strahlenden Augen aufgehoben
über die Macht der Berge, steil und weit,
hin zu den endlosen Horizonten,
nach Hilfe schmachtend und flehend,
gequält, im Lächeln der Sonne
und die Zunge trocken und matt. 

Die Bitte nach Hilfe schreiend,
in die tobenden Täler, tief und weit
hinein in die glutvolle Feuersbrunst,
dürstend nach göttlichem Zeichen
erstickend im himmlischen Dunst
und die Hände zu Asche zerfallen. 


Nur, der Angerufene schweigt,
hebt seine göttlichen Lider
schwer vom ewigen Traum
fleht um der Lügen Vergebung
schleudert ein Kreuz in den Raum
und weint in greiser Erstarrung! 


© Gabriele Brunsch


...ich wurde gefragt, ob ich es nicht veröffentlicht hätte. Hier meine Antwort:

Nein, da ich andere Menschen in meinem Umfeld, die nicht diese Seelenqualen durchgemacht haben, nicht verunsichern wollte. Ich sage ja, dass ich als Kind beim Beten schwebte, ich glaubte, mystisch gefangen und beseelt... das wollte ich niemandem nehmen mit meinen Zweifeln.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

ABGLANZ - Haiku


Physiklexikon

physiklexikon
wortklaubereien
ohne nachhall

Heimatstolz

Das Zugabteil ist voller Menschen deren Atem vom schwierigen Verstauen des Gepäcks nach dem Gedränge beim Einsteigen immer noch gepresst und hastig geht. Bis auf zwei ältere Frauen, die sich partout nicht setzen wollen, weil sie schon bei der nächsten Haltestelle wieder aussteigen werden, so sagten sie, haben alle Reisenden einen Platz gefunden. Manche drängen sich jetzt an die Fenster um den Zurückgebliebenen zu winken. Ein Mann wischt sich die Augen mit einem Tuch, der Abschied fällt ihm schwer. Ich habe einen Fensterplatz. Mir gegenüber hat eine Mutter mit ihrem kleinen Buben Platz genommen. Die Mutter kramt in der Handtasche, findet ihr Handy, tippt etwas und starrt auf das Display. Der Kleine schaut zum Fenster raus. "Mamaaaa!", beginnt er und schaut mich dabei mit durchdringendem Blick an, "Mamaaa! Das ist der Hauptbahnhof von Wien, gell?" Seine Stimme ist klar und einen Tick zu laut. "Ja!", sagt die Mutter gedankenverloren, blickt vom Display zum Sohn und zu mir, lächelt und tippt etwas auf die Minitastatur. "Gell, Mamaaa, wir wohnen in Wien!" Er schaut mich an, hört für Sekunden auf unruhig hin und her zu rutschen, die Mutter nickt, blickt von ihm zu mir und tippt weiter. Das Kind schaut kurz aus dem Fenster, der Zug ruckt an und setzt sich langsam in Bewegung. "Mamaaaa, gell, wir sind noch immer im Wiener Hauptbahnhof! Der Zug fährt jetzt aus dem Hauptbahnhof hinaus!" Er sprach überdeutlich als würde er jede Silbe genießen. "Wien ist die Hauptstadt von Österreich. Die Hauptstadt! Wir wohnen in Wien, in der Hauptstadt, gell, Mamaaaa!" "Ja, Bua, wir wohnen in Wien!" Aufmunternd vom Handy zu ihm und dann zu mir. "Wir wohnen in der Josefstadt!", sagt die Mutter und nickt mir zu. "Wir wohnen in der Josefstadt!", ruft der Kleine und ruckt nach vorne, als der Zug etwas an Fahrt zunimmt. "Ich bin in Wien geboren, gell, Mamaaa, ich bin in der Hauptstadt geboren!" "Ja, jaaa!" "Jetzt machen wir eine Reise zur Tante! Sie ist aber keine Wienerin, gell Mamaa!" "Nein, sie ist keine Wienerin!" "Sie ist nicht in Wien geboren!" "Nein, sie ist nicht ...!" Ich blicke vorsichtig in die Runde, eine der stehenden Damen fängt meinen Blick auf und verdreht die Augen zur Decke des Abteils. Die anderen Reisegäste starren stur vor sich hin. Der alte Mann, der geweint hat, schneuzt sich lautstark. Ich nehme meine Handtasche und verlasse das Abteil, im Hinausgehen höre ich noch den Kleinen sagen: "Jetzt sind wir aus Wien draußen, gell Mamaaaa! Jetzt kann man Wien gar nicht mehr sehen! Aber nächsten Freitag fahren wir wieder nach Wien, gell Mamaaaaa, wir wohnen in Wien...!" Was die Mutter antwortet höre ich nicht mehr.
Abschiedsschmerz
das Auf und Ab
der kleinen Füße

Samstag, 27. September 2014

DER KLEINE LÖWE

der kleine löwe


wenn er schwarzmarktgeschichten erzählte,
vom wie und warum aus den jahren seiner kindheit,
geprägt von frechem witz und kläglichem weinen,
weil alles dazugehörte: versteckt handel zu treiben, 
spielend, den kindheitsbogen weit überdehnend,
dann sprach ich davon, dass ich sie aufschriebe,
einmal, die geschichten vom kleinen dorfjungen,
der akkordeon übte, nach der schule, und dann lostigerte,
mit einer scheibe speck und der wurst aus dem rauch,
und dafür zigaretten, kautabak oder kaffee bekam.
wen kümmerte es, wenn ein kleiner junge, barfüßig,
mit einem von rotz vernarbten gesicht davonflitzte,
die hosentaschen voller tauschgut. nun ist er tot,
und zum aufschreiben kamen wir nicht mehr.
an die augen seiner mutter erinnere ich mich,
die hätten immer geglänzt, sagte er, doch warum,
wüsste er nicht zu sagen. wegen der schokolade
vielleicht, oder weil es ihm wieder gelungen war,
heil und unversehrt zurück in ihre arme zu kommen…

Freitag, 26. September 2014

Geheime Geheimdiensttätigkeit

Wenn der Geheimdienst ... 


(Liebe wie Glanzlichter aus Kristallkugeln auf die Mitmenschen zu versprühen)

Heute erreicht mich eine Nachricht, dass ein besonderer Geheimdienst sein ganzes geheimnisvolles Wissen geheim gehalten hat und dass es ihm deswegen auch gelungen sei, eine größere Anzahl an Menschen aus einer geheimgehaltenen Gefangenschaft zu befreien.
Hei, das freut mich sehr.
Ein Geheimdienst wäre kein Geheimdienst, wenn er nicht geheim wäre. Sein ganzer Sinn wäre der geheimnisvollen Bedeutung enthoben, wüsste jeder was der geheime Geheimdienst an Geheimnisssen und geheimnisvollen Aktionen aufstöbert und/oder selbst verbirgt. Das ist dann wunderbar und freut den einsichtigen Menschen, wenn es um unheimlich fantastisch geheimgehaltene Lebensrettungsaktionen geht.
Wie aber kann man dann, sollte ein geheimer Geheimdienst selbst einen geheimen Missbrauch mit geheimen Geheimnissen machen, noch wissen, ob er dieses geheime Geheimnis hüten darf, oder ob man ihm geheimnisoffenbar- enderweise einen unheimlichen Strick um seine unheilvolle Geheimniskrämerei legen sollte?
Ich denke, dass kein Geheimdienst der Welt eine geheimnisvolle Geheimaktion entgeheimnisssen könnte, wäre er nicht ein geheimer Geheimdienst. 


Ich gehe noch weiter, da ich weiß, dass der Mensch s.c.h.l.e.c.h.t ist!

Was, ich behaupte allen Ernstes, dass der Mensch schlecht sei? Wie schlimm ist denn das!
Sorry, aber das erfahre ich täglich, wenn ich geheimnisvolle Phishingmails, geheimnisvolle Anrufe bekomme, mit sonderbaren Fragen belämmert werde und bei einem falschen Klick im Netz eine unheimliche Kettenreaktion mit Malware auslösen könnte. Das sind nur wenige Beispiele aus der verborgenen Welt, die mich sehr unangenehm berührt. Diese schlechten Menschen und Organisationen wollen mir alle auf diesem primitiven Wege meine geheimen Lebensgeheimnisse stehlen, sie beabsichtigen mir meine Geheimnummern zu klauen um mich all meiner unheimlich geheimen Privatsphäre zu entledigen und mich bar aller Geheimnisse und bar meines Geldes verelendet im Regen stehen zu lassen. 

Hei, das freut mich gar nicht.
So, das ist Alltagsmist - und wer nicht aufpasst, dem verpasst das Sosein der ihn/sie umgebenden Menschen einen unheimlichen Schlag auf das Schienbein: Aua!
Der Mensch ist schlecht. Aber manche Menschen sind viel schlechter als andere. Und wieder andere sind so schlecht, dass es einem unheimlich schlecht wird, wenn man nur an ihre Existenz denkt!

Und wenn ich an all die entdeckten geheimnisvoll verborgenen Missbrauchsfälle und geplanten unheilvollen Attentate denke, die geheimnistragende Geheimdienste entgeheimnist haben, dann bin ich unheimlich froh, dass es derartige Institutionen gibt. 

Wer vermag denn zu entscheiden, wo ein geheimnisvoller Geheimdienst geheimnistragende Wirkung haben darf und wo nicht? 


Gibt es denn eine Waage, die den Wirkungsgrad einer Geheimnislüftungsaktion misst und mit anderen vergleicht - diese Ergebnisse dann geheimnislos veröffentlicht und zur Wahl stellt: Das wird geheim gehalten und das nicht? Puhuuuu, da wären doch alle Geheimdienste der Welt arbeitslos und das Böse hielte noch weiter ungezügelt Einzug und die Kräfte und Mächte könnten toben und morden, ganz wie es ihnen beliebt!

Noch vor wenigen Jahren, wurde eine Hälfte unseres Landes bis ins Schlafzimmer hinein abgelauscht und von geheimnissüchtigen Geheimniskrämern aus Freundeskreis, Bekanntenkreis und Familie überwacht und verraten. Also, der Mensch ist schlecht, schlechter geht gar nicht, wenn ich es bedenke.

Ist die neugeordnete Gesellschaft dem wunderbaren Irrglauben unterlegen, die Menschen wären plötzlich alle gut geworden, weniger neugierig und von innerer Nächstenliebe durch und durch erflüllt?
Nö, das ist, wie gesagt, leider nicht der Fall.
Also, lasse ich die geheimnisvollen Geheimdienste mit unheimlicher Freude dort agieren, wo es ihnen gelingt, Geheimnisse, die schädlich sind für Menschenleben, für Kinder, für die gerechte und friedvolle Welt, etc.p.p. zu entgeheimnissen um die Schwachen, Betrogenen und den Frieden zu schützen.
All den nichtgeheimnistragenden Institutionen und Einzelwesen rate ich ihre
Liebe wie Glanzlichter aus Kristallkugeln auf die Mitmenschen zu versprühen.
Ich könnte noch mehr schreiben, aber ich werde gerade von einer geheimnisvollen Neugier getrieben, da gibt es wohl ein Geheimnis zu lüften, bis dann, liebe Freunde.
Was das ist, werde ich euch aber nicht verraten, das wird mein Geheimnis bleiben! Ihr könnt ja einen Geheimdienst auf mich hetzen!
Hei, das wäre vielleicht gar nicht das erste Mal!

Mittwoch, 24. September 2014

herbststimmung

...wie sich der Herbst in meinen Tag drängt, 
mit dieser Gewalt, sonnendurchflutet und licht.
Auch dieses Bild habe ich dutzende Male gemalt, 
von Jahr zu Jahr, von Herbst zu Herbst, 
verzückt und begierig ihn festzumachen, 
mit Farbklängen in Bildern und Worten.

Ich habe ihn schon so oft besungen, 
dass ich bisweilen ein wenig müde werde.
Nicht, weil er nicht wieder eindrucksvoll 
eindringlich wäre, sondern weil ich 
befürchte, mich in endlosen Wieder-
holungsschleifen wiederzufinden, 
und, dass dann diese unendliche 
Langeweile in mir hochkochen könnte, 
was sie bisweilen tut, hinauf bis in den Hals,
und Übelkeit verursacht, so eine bittere.
Dann werde ich wütend, könnte schreien, 
und spüre, dass ich verstumme, dass sich
die Worte in mir zusammenrollen, wie 
trockenes Laub. Das schmerzt, 
wenn ich mir der Jahre bewusst werde, 
die ich zu leben zu schreiben zu sein 
mir noch vorgenommen habe. 
Hey, jetzt werde ich die Wortlosigkeit 
einfach dardurch bekämpfen, indem ich
raus in den Herbstwald gehe, den 
modrigen Duft des regennassen Bodens 
einsauge und die Farben so lange trinke, 
bis ich platze vor Lust und Begierde
diesen Wust an Eindrücken wieder 
auszuspeien... und vielleicht wird es ja, 
wer mag das wissen, wieder ein Gedicht...
...wie sich der Herbst in meinen Tag drängt, 
mit dieser Gewalt, sonnendurchflutet und licht.
Auch dieses Bild habe ich dutzende Male gemalt, 
von Jahr zu Jahr, von Herbst zu Herbst, 
verzückt und begierig ihn festzumachen, 
mit Farbklängen in Bildern und Worten. 

Ich habe ihn schon so oft besungen, 
dass ich bisweilen ein wenig müde werde.
Nicht, weil er nicht wieder eindrucksvoll 
eindringlich wäre, sondern weil ich 
befürchte, mich in endlosen Wieder-
holungsschleifen wiederzufinden, 
und, dass dann diese unendliche 
Langeweile in mir hochkochen könnte, 
was sie bisweilen tut, hinauf bis in den Hals,
und Übelkeit verursacht, so eine bittere.
Dann werde ich wütend, könnte schreien, 
und spüre, dass ich verstumme, dass sich
die Worte in mir  zusammenrollen, wie 
trockenes Laub. Das schmerzt, 
wenn ich mir der Jahre bewusst werde, 
die ich zu leben zu schreiben zu sein 
mir noch vorgenommen habe. 
Hey, jetzt werde ich die Wortlosigkeit 
einfach dardurch bekämpfen, indem ich
raus in den Herbstwald gehe, den 
modrigen Duft des regennassen Bodens 
einsauge und die Farben so lange trinke, 
bis ich platze vor Lust und Begierde
diesen Wust an Eindrücken wieder 
auszuspeien... und vielleicht wird es ja, 
wer mag das wissen, wieder ein Gedicht...

©gabriele brunsch

Freitag, 15. August 2014

An mein Kind


...dieses Gedicht schrieb ich vor einigen Jahren, doch es hat nichts, aber auch gar nichts an Aussagekraft verloren, weder für mich noch, wie ich hoffe für die LeserInnen auch nicht:

bekenntnis

hör zu mein kind, ich lieb dich, lieb dich wie du bist.
nicht immer liebt ich alle, die ich vorher kannte.
da waren diese, jene, leichthin anverwandte,
die mocht ich gar nicht, konnt’ ich nicht verstehn.

hör zu mein kind, ich lieb dich, lieb dich inniglich,
ich lieb dich mehr, als viele, die ich vor dir kannte,
da waren manche, sonderbar bekannte,
die dir verwandt sind. kannst du das verstehn?

im grellen neonlicht der schrillen zeit
verliert der augenblick von damals seinen sinn,
auch wenn das geifern heulend um sich greift,
steh ich im zentrum, weiß noch wer ich bin.

matt glänzend wirkt der stoff der möglichkeiten,
erinnerung und sehnsucht - kett und schuss -
aus dem gewebe zupf ich sachte schwarze fäden,
weil ich das kleid doch täglich tragen muss.

© Gabriele Brunsch