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Deutsches LiteraturArchiv Marbach

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Dienstag, 12. Mai 2009

no cave-painting


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lifting an eye-brow

(some daub playfully dabbed)

the artist sneezes

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mit fragendem blick

(sprayfarben scherzhaft versprüht)

der künstler schnäuzt sich
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Kommentare:

  1. Hallo Gabriele,

    da hast Du schöne Graffiti fotografiert, ich bin sofort mittendrin in der Szene. Dann lese ich den Vers - und komme an ihm nicht weiter. Fragender Blick? Scherzhaft versprüht? Oder sehen wir nur den kreativen ... Schnodder einer noch kreativeren Existenz bei der bildnerischen Arbeit zu (schließlich wird hier auf zwei Zeilen gesprüht, in einer sogar zweimal? Gib mir mal nen Stipss, mein Hirn, das ist aus Gips ...

    Viele Grüße
    Ralf

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  2. lifting an eye-brow
    (some daub playfully dabbed)
    the artist sneezes

    Eigentlich war, lieber Ralf, erst nur das englische Verslein da.
    Dieses sollte, wollte nach unten "offen" sein -
    an einer Schule in Erfurt, die Säulen an der Mauer, jede einzelne war mit diesen schablonierten Grafitti besprüht, mehr oder weniger schlampig. Meist war es nur die MonaL mit Schießeisen, bisweilen noch anderes dabei, hier das neckische Aktbild!
    Im Deutschen die Wiederholung ist mir einfach so passiert, Mist, ich werde es irgendwie abändern. Wollte ich doch die 5/7/5 hinkriegen...
    Nun, der Künstler, ist vielleicht der Passant (von Beruf Künstler), der sich wundert über diese überbordende Malaktion, könnte aber auch der Sprayer selbst sein, dem die Chemie in die Nase geschossen ist...
    Dass Du mir Deine kritische Frage gestellt hast, freut mich natürlich am allermeisten.

    Was denkst du über diese Variante?

    mit fragendem blick
    (leuchtfarben scherzhaft versprüht)
    schneuzt sich der künstler

    Liebe Grüße
    Gabriele

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  3. Es gibt so viele unglückliche Übersetzungen - ein Text kann sehr oft unübersetzbar sein (in jedem Falle nicht so, wie sich der Autor wünscht)… es ist dann besser, die Finger davon lassen…
    Die englische Originalversion gibt mir für die Interpretation mehr Raum…

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  4. Ich ahne schon, dass ich hier in die Kommentar zu viel hineinfrachte. Ich werde noch mal überlegen, welche Diskussionsform ich wählen sollte, um derlei tiefschürfende Gedanken zu besprechen...

    @miro
    schön, dass Du wieder einmal meine Seite besuchst. Natürlich hast du, als zweisprachig lebender Mensch durchaus Recht, denn Du wirst mit diesem Problem tagtäglich zur Genüge konfrontiert.
    Mir war vor Unzeiten bei der Lektüre von Balzacs Roman "Das Mädchen mit den Goldaugen" - La fille aux yeux d'or - aufgefallen, welche Macht/Ohnmacht/Perversität
    /Unbeholfenheit oder auch nur schlichtweg Dummheit in einem Übersetzer stecken kann, wenn er sich selbst ausgeliefert ist, in einem Kreis von Unwissenden schalten und walten kann wie er will und kann, weil ihn keiner kontrolliert.
    Es war hoffnungslos, in einigen Abschnitten war Balzacs kühler, realistischer Blick in ein schwülstiges romantisches Schmierentheater verwandelt worden, Sätze standen da, die im Original gar nicht existierten. Wem diese Übertragung der einzige Zugang zu Balzac war, der hatte es sicherlich schwer mit diesem, wie es ihm scheinen mochte, restlos emotional und sprachlich aufgeblasen überfrachteten Autor.

    Die Beschäftigung mit der Übersetzungstheorie und den sehr unterschiedlichen Sehweisen hat mich seit dem nicht losgelassen.
    Noch etwas ist für alle, die hier mitlesen vielleicht interessant und wird auch zu großer Erheiterung führen, wenn man es nachprüft:

    Arno Schmitt übertrug Edgar Allan Poe ins Deutsche – ich hatte als junges Mädchen nur diesen Poe zur Hand und war von einer eigenartigen Stimmung berührt vom ersten Augenblick an, als ich es las. Ich wurde entführt in eine sonderbar gekünstelte, sprachlich sonderlich zugerichtete Welt, die mich in das Geschehen wie an Metallfäden hineinzog, ich musste ihnen mit fixer Konzentration folgen, als noch nicht so erfahrene Leserin, hatte ich den Eindruck, dass die amerikanische Literatur des 19. Jahrhunderts von einer mir völlig fremden Sachlichkeit und sprachlichen Verfremdung geprägt war, mit Wortspielen, deren Mächtigkeit mich verblüffte, meist las ich im Deutschen die Sätze mehrmals, bis ich mich in diese Denke hineingefunden hatte. Dabei hatte ich das Gefühl, dass ich wohl niemals in der Lage wäre, dieses Buch auf Englisch zu lesen, wo mir doch der deutsche Text schon so schwer fiel.
    Weit gefehlt! Wie leicht und angenehm ließ sich doch dann der Originaltext von Poe dagegen lesen, keine Verstaubtheit aus dem 19. Jahrhundert, ein frischer, zwar bedeutungsmäßig dunkler, aber von der Sprache her ein sehr klarer, gut verständlicher Sprachstil – huch, was war denn hier geschehen?
    Ich machte daraus eine Posse, ich las Schmitt – dann las ich Poe – ich las ein wenig Poe und darauf hin Schmitt und da wusste ich, was geschehen war: Arno Schmitt war bei seiner Übersetzertätigkeit in den Sog seiner eigenen Denke verfallen, Poe wurde zu Schmitt – er hatte etwas eigenes geschaffen – hier war nur noch der Ablauf der Geschichte gleich, alles andere war verfremdet und überhöht, sprachlich verspreizt und ver-arnoschmitt-et.
    Was sich dann allerdings, nach einigen Jahren der Gewöhnung und Lektüre von Arno Schmitts Werken (ich bin kein Fan) als durchaus interessant herauskristallisierte.

    Ich denke, eine Übersetzung sollte so wörtlich wie möglich und so frei wie nötig sein – das ist wohl ein Gemeinplatz! Das heißt aber dann noch lange nicht, dass sich der Text in der neuen Sprache angenehm lesen lässt. Spannend finde ich hierbei die Tatsache, dass die Harry Potter Bücher auch ins Amerikanische übersetzt werden mussten, da sie sonst dem Publikumsgeschmack nicht „gefallen“ hätten – Englisch und Englisch ist eben nicht gleich Englisch! Fantastisch, nicht wahr... Also, was sagt uns das? Jede Epoche, jede Generation wird ihre eigene Sprache finden, wird ihren Geschmack entwickeln – wie in der Musik jeder Pianist das immer gleiche Stück in hunderterlei Varianten spielen könnte, und seine eigene ist auch dabei.
    LG
    Gabriele

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  5. ...Arthur Gordon Pym v. Edgar Allan Poe - übertragen von Arno Schmitt

    ...diese Werk meinte ich, als ich oben kommentierte.

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  6. Hallo Gabriele,

    jetzt verstehe ich es besser. Und was die Länge Deiner Kommentare angeht: Ich habe kein Problem damit, denn sie sind erhellend. Allerdings ist die Schrift ein wenig groß, so dass das Lesen mit viel Scrollen verbunden ist. Aber so ist dann nun mal, wenn man jenseits der Layout-Vorschlägen kreativ ist. In Sachen Haiku stimme ich meinem Nachredner zu: Die englische Originalversion ist stärker. Und wahrscheinlich sind es die vielen Verben im Vers, die mich in dieser gut beobachteten Szene stimmungstechnisch überfordern. Aber das ist ja eher mein Problem ;-)

    Viele Grüße
    Ralf

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