Ahnung
Die sonne brennt durchs kühle blattgewirr,
vom morgentau noch feucht und glanzumspielt,
ein herbst hält einzug – wie ich ihn gefühlt,
vor jahr und tag, so steht er jetzt vor mir.
Ins satte blau mischt wind den weißen strich,
wattegeplustert treibt er durch die zweige,
ins grün mischt fadendünnes gelbes sich,
es ist wie’s ist, das jahr es geht zur neige.
Das kleine lächeln, das der greis mir schickt,
es ist versiegt, im letzten atemholen,
der tod griff hastig und verstohlen,
ein lebensstrang entwurzelt und geknickt.
Schon wieder, denk ich, war’s schon wieder zeit?
des todes schleppe streift die bunte welt
und lässt erbleichen, wie es ihm gefällt,
zieht drüber hin, sein mantel bauscht sich weit.
Es gruselt mich, ich hülle mich in schweigen,
nur dunkle kummersilben fallen auf die zeilen.
Ich zerre grün mit warmem gold in meine tage,
weil ich das fahle ahnen nicht ertrage.
Kommt, bitte, lacht! ich öffne alle türen,
will freude, lust und heiterkeit erspüren.
Ein zwitschern wildgemischt das dringt herein,
mein garten, der will noch nicht herbstlich sein.
© Gabriele Brunsch
alle gedichte, fotos, bilder und texte auf diesem blog sind von gabriele brunsch / LadyArt erstellt, andere autoren sind besonders genannt. nicht nur das gesetzliche,auch das aus moralischen gründen zu respektierende urheberrecht gilt hier – obgleich nur der zufall das vergehen aufdecken könnte,aber ist die welt nicht voller zufälle -
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Donnerstag, 13. September 2012
AHNUNG
Labels:haiku, non-haiku
gedicht,
gedicht von der Reinigung,
l'art pour l'art,
lyrik,
naturbetrachtung
Freitag, 3. August 2012
KATHARSIS
KATHARSIS
(ach...)
den neuanfang bemessen –
den gleichwert von zeit umfassen,
wo beginnst du zu vergessen –
wo das alte weg zu lassen.
(seufz)
wo ist zeit wert –
wo war leben gut gelebt zu sein,
was sollst du vergessen –
wie kannst du erneuert sein?
kann man sich denn je erneuern?
schleppt man doch die zeit, die zeit,
ohne unterlass verbunden,
endlos bis zur ewigkeit.
(lach)
lebensstunden-altpapier, vid.-
film, foto-zeit-gebranntes
fein-verschlupftes, rausgetobtes,
wohl-gehütet, alt bekanntes,
ins gedächtnis eingebranntes,
auf den schultern aufgedrücktes,
auf der seele, auf dem herzen,
schwer im magen, licht verzücktes.
reines, aufgewecktes leben,
düster-rau gelebte stunden.
wo bist du erneuerbar,
was kann sich zu neuem runden?
(schluchz)
altes gegen neues tauschen -
soll ich gnadenlos vergessen?
was mich prägte, was mich formte,
bin ich wirklich so vermessen?
gierig wird dein lebensecho
von der tumben zeit verschlungen,
magst auch trendy, modisch sein,
eh du’s merkst ist es verklungen.
(ächz)
wie agierst du, lächelnd, träumend,
trotz des eitlen wenn und aber
neu–geformt, und neu–erfunden,
frei von jedem wenn und aber.
( ;-) )
ich zweifle, tag-und-nacht-gequält,
was sollen all die fragen,
würde ich wirklich hier und jetzt
die antwort denn ertragen?
(YES!!!)
also ergreife zaghaft ich
mein leben bei den händen,
und wische menetekelzeug
von den gedankenwänden.
© gabriele brunsch
(seufz)
wo ist zeit wert –
wo war leben gut gelebt zu sein,
was sollst du vergessen –
wie kannst du erneuert sein?
kann man sich denn je erneuern?
schleppt man doch die zeit, die zeit,
ohne unterlass verbunden,
endlos bis zur ewigkeit.
(lach)
lebensstunden-altpapier, vid.-
film, foto-zeit-gebranntes
fein-verschlupftes, rausgetobtes,
wohl-gehütet, alt bekanntes,
ins gedächtnis eingebranntes,
auf den schultern aufgedrücktes,
auf der seele, auf dem herzen,
schwer im magen, licht verzücktes.
reines, aufgewecktes leben,
düster-rau gelebte stunden.
wo bist du erneuerbar,
was kann sich zu neuem runden?
(schluchz)
altes gegen neues tauschen -
soll ich gnadenlos vergessen?
was mich prägte, was mich formte,
bin ich wirklich so vermessen?
gierig wird dein lebensecho
von der tumben zeit verschlungen,
magst auch trendy, modisch sein,
eh du’s merkst ist es verklungen.
(ächz)
wie agierst du, lächelnd, träumend,
trotz des eitlen wenn und aber
neu–geformt, und neu–erfunden,
frei von jedem wenn und aber.
( ;-) )
ich zweifle, tag-und-nacht-gequält,
was sollen all die fragen,
würde ich wirklich hier und jetzt
die antwort denn ertragen?
(YES!!!)
also ergreife zaghaft ich
mein leben bei den händen,
und wische menetekelzeug
von den gedankenwänden.
© gabriele brunsch
Labels:haiku, non-haiku
gedicht von der Reinigung,
lyrik,
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