Vor einigen Jahren schrieb ich zu diesem absolut irrwitzigen Drama folgendes Gedicht:
geiseldrama von gladbeck 1988
ha, sagt er, vorgezerrt, ha, schreit er, was,
du hast mich vorgezerrt und vorgeführt,
was glaubst du denn, da vorne in der robe
mit diesem albernen gewand, dem fetzen da,
was glaubst du denn, was weißt du denn von mir?
du sabberst was von recht, gesetz, von staat,
du laberst was von absatz, paragraphen,
und du willst richten, denn du bist der staat.
ein arm, ein abgehackter arm vom staat,
auf diesem hohen stuhl, erbämliches geschöpf..
der staat bin ich, denn ich, ich bin der richter,
mein ist das leben, mein die richtung, das bin ich,
bin autonom, ich handle und ich richte,
ich ziehe und verwerfe, mein das urteil,
mein ist die macht, die kraft, mein ist mein ich.
ich werfe einen mantel, werfe schatten,
ich pflüge aus den bildern schrille schreie,
ich presse, schände und vertilge träume,
ich fresse leiden, aufgebäumte schauder,
ich bin die welt, ich bin der mensch, bin ich.
vereinzelt und gespalten meine wege,
die straßen überfüllt, verwinkelt, lichtermeer,
ich rase wie ein gott in diesen spuren,
ich fessle wissen, reiße Ohnmacht, blende licht,
ich schreie sturm, orkan, nur das bin ich.
mein inneres ist leer, ist voll, ist einzig,
geblendet zitterst du vor meiner gier,
du tastest ratlos in den grenzen,
du suchst erkenntnisnetze und verständnis,
doch ich bin mensch, und der steht hier.
© Gabriele Brunsch
alle gedichte, fotos, bilder und texte auf diesem blog sind von gabriele brunsch / LadyArt erstellt, andere autoren sind besonders genannt. nicht nur das gesetzliche,auch das aus moralischen gründen zu respektierende urheberrecht gilt hier – obgleich nur der zufall das vergehen aufdecken könnte,aber ist die welt nicht voller zufälle -
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Dienstag, 13. August 2013
Dienstag, 12. März 2013
Graffiti
GRAFFITI
ich hasse diese öden leeren ausgelebten wände,
an häusern, tunneln, bröckelnden fassaden,
...ich wohne mittendrin und wollte sterben...
ich hasse diese öden leeren ausgelebten wesen,
die in den hinterhöfen hinter fahlen mauern leben,
...ich wohne mittendrin und will nicht sterben...
ist rot ihr herz, so schlägt es monoton im blassen takt
jahrausjahrein – ihr inneres ist wie die mauern nackt,
...ich wohne mittendrin und werde leben...
wer macht die fehlerhafte welt so willenlos,
dass sie sich einlässt auf das kahle, kalte blasse?
...ich wohne mittendrin und lebe...
ist nicht die haut des körpers atemschicht,
ist die haut tot, dann lebt der körper nicht.
...ich wohne mittendrin und lebe, lebe...
will gott sein, kreateur zum trost der augen,
als spurenleger -licht in seele- will ich taugen,
...ich wohne mittendrin und lebe, lebe, lebe...
mit farben lösche ich das farbenelend aus
ich spraye wortgeflecht und bild auf jedes haus.
...ich wohne mittendrin und lebe, lebe, lebe..
ich hasse diese öden leeren ausgelebten wände,
an häusern, tunneln, bröckelnden fassaden,
...ich wohne mittendrin und wollte sterben...
ich hasse diese öden leeren ausgelebten wesen,
die in den hinterhöfen hinter fahlen mauern leben,
...ich wohne mittendrin und will nicht sterben...
ist rot ihr herz, so schlägt es monoton im blassen takt
jahrausjahrein – ihr inneres ist wie die mauern nackt,
...ich wohne mittendrin und werde leben...
wer macht die fehlerhafte welt so willenlos,
dass sie sich einlässt auf das kahle, kalte blasse?
...ich wohne mittendrin und lebe...
ist nicht die haut des körpers atemschicht,
ist die haut tot, dann lebt der körper nicht.
...ich wohne mittendrin und lebe, lebe...
will gott sein, kreateur zum trost der augen,
als spurenleger -licht in seele- will ich taugen,
...ich wohne mittendrin und lebe, lebe, lebe...
mit farben lösche ich das farbenelend aus
ich spraye wortgeflecht und bild auf jedes haus.
...ich wohne mittendrin und lebe, lebe, lebe..
Labels:haiku, non-haiku
gedicht,
Graffiti,
Graffito,
Kunst,
Kunstwerk,
l'art pour l'art,
Lebenskunst,
lyrik,
monolog,
poesie,
selbstbetrachtung,
Selbsthilfe
Sonntag, 24. Februar 2013
mir fehlen die worte
mir fehlen die worte,
so gerne würde ich schreiben,
was mich bewegte,
als ich die eiseskälte in meine lungen holte
und meine augen geblendet waren
vom tausendfachen funkeln im schnee,
als die morgensonne den nebel durchbrach
und ich die welt so neu wahrnahm,
diese stille stunde,
in der ich allein über die felder lief,
fernab, nur von rehen überrascht,
die ins unterholz flüchteten...
mir fehlen die worte,
mir fehlt die innere stimme,
die zu mir spricht,
ich spür noch das gleisen,
ich spür noch das glück,
ich spür noch das glänzen,
doch es wird kein gedicht...
mir fehlen die worte,
weil ich mich zugewortet fühle,
in worten zu ersticken drohe,
drum fehlen sie mir,
wage ich nicht eines anzufassen,
es zu nehmen, dieses eine,
das den zustand beschreiben könnte,
dieses eine kleine wort, oder jenes,
vielleicht eines von den hellen,
denen, die klingen, wenn man sie schreibt,
die klingen, wenn man sie sagt,
oder schimmern,
oder ein echo haben,
und schwingen...
ich kann es nicht,
es ist, als hielte mich
unsichre angst in ihrem griff,
hielte mich dort an der kehle,
wo luft und wortform
zu klang werden
als ging mir der atem verloren,
als ging mir der wortwert verloren,
als drückte ich, wenn ich es wage,
das kleine wort tot...
ausgesetzt der schmerzlichen
verelendung von worten
diesen hilflosen,
grausam ausgebeuteten miniaturen.
ich werde mich zurückziehen
aus dem schlachtfeld
der zeilen und phrasen,
aus der achtlosen verwortung
der ich ausgeliefert bin,
als träte ich stündlich auf
minen,
die in mir implodieren
und immer implodiert ein teil von mir mit...
nur in der stille,
in meiner stille,
der wortlosen stille,
der wortleeren stille,
wird es mir gelingen,
meine worte gesunden zu lassen.
Labels:haiku, non-haiku
lyrik,
monolog,
philosophie,
poesie,
Warum Kunst?,
wort und bild
Dienstag, 2. Oktober 2012
Endlichkeit
***
so wird es sein:
kein stern
im fernen universum,
ganz einfach nur,
im kleinen hier
ein wenig energie,
mate-ri-al,
ein häufchen ETWAS,
asche, mag schon sein,
vielleicht auch erde
das wär fein,
dann hätten würmer
oder winzigkleine
orga-nismen
sich schon gelabt an dir,
und weit getragen
den fahlen, weichen leib.
doch nicht zum zeitvertreib.
und bleibt da was?
bleibt denn die seele
dieses anfällige gebilde
aus leben, liebe, wut,
aus freundlichkeit
aus gram, aus leid und hass?
wo bleibt denn das?
hörst du den schrei,
der durch das universum hallt....
und schallt und schallt
und hallt und schallt?
dort ist es kalt.
ein nichts ist dort
an jenem ort
doch hier -
hier ruht sie
deine sanfte glut
so energiegeladen
das bist du...
komm, lass sie zu
die endlichkeit.
die bitternis,
die bitternis,
sie ist des menschen
psycho-riss...
***
Sonntag, 30. September 2012
Der Schreibtisch des Dichters (hervorgeholt)
“Der Schreibtisch ist der Ort,
wo sich die Welt entscheidet.” (Günter Eich)
wo sich die Welt entscheidet.” (Günter Eich)
Der Satz in seiner Konsequenz
hat nichts von Ruhe, von Beschaulichkeit,
er weist ganz zielgerichtet, weist nach außen,
vom kleinen, scheinbar unscheinbaren Innen
ins weite, unermesslich kalte Draußen.
Auf eine schlichte Weise ist er wahr.
(Er flüstert mir von Kriegen,
von Grausamkeit,
von Folter und von Tod.
Er flüstert mir von Bangigkeit,
von Zucht und Furcht,
von Bitterkeit und Not.)
...von den Ecken, den dunklen,
den Rückzugsgebieten,
Fluchtpunkten,
die einer ausleuchten möchte
mit seinem Feder/Kuli-Strich,
den Menschenzahlen,
die es zu tilgen/zu ergänzen gilt:
traf/trifft bisher ganz andere,
doch wann trifft es ... mich/dich?
...von Beschönigungen,
(wie auch immer)
die hergestellt werden müssen,
weil die wahren Zahlen
nicht ins Raster passen,
oder dieser eine Mensch,
diese eine Gruppe,
diese eine Gemeinschaft,
diese eine Rasse,
diese Farben nicht passen,
ihm nicht passen,
ihnen nicht passen,
nicht passen...
Dort, an diesem Tisch
sitzt einer,
gebisstragend/oder nicht,
mit Colegate-Zähne-Lächeln
auf den Lippen,
ohne/mit Toupet,
gestylt,
zeitmäßig gestählt/oder nicht,
Waschbrett/Wabbelbauch unter
dem gebügelten Hemd,
schön halt,
(weil Macht schön macht)
in jedem Fall mächtig,
perfide mächtig,
und hält den Stift in der Hand,
öffnet die Kladde,
liest und streicht ab.
Und für uns, die wir schreiben?
Was ist er, der Schreib-Tisch?
(wenn nicht das Papier auf dem Knie ist):
Zuflucht, die wir brauchen.
Was entscheiden wir,
da, zwischen Holz und Papier,
oder ist es Monitor und Keyboard,
oder Handy und Welt,
da an dem Tisch,
mit unserer Strich-Stimme -
oder Ton-Stimme …
in Versen?
2008 © ALLE RECHTE BEI GABRIELE BRUNSCH
ins weite, unermesslich kalte Draußen.
Auf eine schlichte Weise ist er wahr.
(Er flüstert mir von Kriegen,
von Grausamkeit,
von Folter und von Tod.
Er flüstert mir von Bangigkeit,
von Zucht und Furcht,
von Bitterkeit und Not.)
...von den Ecken, den dunklen,
den Rückzugsgebieten,
Fluchtpunkten,
die einer ausleuchten möchte
mit seinem Feder/Kuli-Strich,
den Menschenzahlen,
die es zu tilgen/zu ergänzen gilt:
traf/trifft bisher ganz andere,
doch wann trifft es ... mich/dich?
...von Beschönigungen,
(wie auch immer)
die hergestellt werden müssen,
weil die wahren Zahlen
nicht ins Raster passen,
oder dieser eine Mensch,
diese eine Gruppe,
diese eine Gemeinschaft,
diese eine Rasse,
diese Farben nicht passen,
ihm nicht passen,
ihnen nicht passen,
nicht passen...
Dort, an diesem Tisch
sitzt einer,
gebisstragend/oder nicht,
mit Colegate-Zähne-Lächeln
auf den Lippen,
ohne/mit Toupet,
gestylt,
zeitmäßig gestählt/oder nicht,
Waschbrett/Wabbelbauch unter
dem gebügelten Hemd,
schön halt,
(weil Macht schön macht)
in jedem Fall mächtig,
perfide mächtig,
und hält den Stift in der Hand,
öffnet die Kladde,
liest und streicht ab.
Und für uns, die wir schreiben?
Was ist er, der Schreib-Tisch?
(wenn nicht das Papier auf dem Knie ist):
Zuflucht, die wir brauchen.
Was entscheiden wir,
da, zwischen Holz und Papier,
oder ist es Monitor und Keyboard,
oder Handy und Welt,
da an dem Tisch,
mit unserer Strich-Stimme -
oder Ton-Stimme …
in Versen?
2008 © ALLE RECHTE BEI GABRIELE BRUNSCH
Labels:haiku, non-haiku
diskussion,
gedanken zum weltbestehen,
gedicht,
gesellschaftskritischer monolog,
lyrik,
poesie,
politisches gedicht
Sonntag, 19. August 2012
NACHTGEDICHT
***
ich bin die dunkle nacht, mein kind.
was dämmerung an fahlem grau
auf stadt und land hat abgelegt,
das färbe ich mit tiefem schwarz.
der stern hat keine eile.
in finsternis sind alle farben blind.
der stern braucht eine weile,
ein großer runder tropfen harz
der suchend, tastend sich bewegt,
am himmel oben, schau, nur schau,
das ist der rote mond, mein kind.
© gabriele brunsch
was dämmerung an fahlem grau
auf stadt und land hat abgelegt,
das färbe ich mit tiefem schwarz.
der stern hat keine eile.
in finsternis sind alle farben blind.
der stern braucht eine weile,
ein großer runder tropfen harz
der suchend, tastend sich bewegt,
am himmel oben, schau, nur schau,
das ist der rote mond, mein kind.
© gabriele brunsch
Labels:haiku, non-haiku
gedicht,
lyrik,
poesie,
schlaflied
Freitag, 3. August 2012
KATHARSIS
KATHARSIS
(ach...)
den neuanfang bemessen –
den gleichwert von zeit umfassen,
wo beginnst du zu vergessen –
wo das alte weg zu lassen.
(seufz)
wo ist zeit wert –
wo war leben gut gelebt zu sein,
was sollst du vergessen –
wie kannst du erneuert sein?
kann man sich denn je erneuern?
schleppt man doch die zeit, die zeit,
ohne unterlass verbunden,
endlos bis zur ewigkeit.
(lach)
lebensstunden-altpapier, vid.-
film, foto-zeit-gebranntes
fein-verschlupftes, rausgetobtes,
wohl-gehütet, alt bekanntes,
ins gedächtnis eingebranntes,
auf den schultern aufgedrücktes,
auf der seele, auf dem herzen,
schwer im magen, licht verzücktes.
reines, aufgewecktes leben,
düster-rau gelebte stunden.
wo bist du erneuerbar,
was kann sich zu neuem runden?
(schluchz)
altes gegen neues tauschen -
soll ich gnadenlos vergessen?
was mich prägte, was mich formte,
bin ich wirklich so vermessen?
gierig wird dein lebensecho
von der tumben zeit verschlungen,
magst auch trendy, modisch sein,
eh du’s merkst ist es verklungen.
(ächz)
wie agierst du, lächelnd, träumend,
trotz des eitlen wenn und aber
neu–geformt, und neu–erfunden,
frei von jedem wenn und aber.
( ;-) )
ich zweifle, tag-und-nacht-gequält,
was sollen all die fragen,
würde ich wirklich hier und jetzt
die antwort denn ertragen?
(YES!!!)
also ergreife zaghaft ich
mein leben bei den händen,
und wische menetekelzeug
von den gedankenwänden.
© gabriele brunsch
(seufz)
wo ist zeit wert –
wo war leben gut gelebt zu sein,
was sollst du vergessen –
wie kannst du erneuert sein?
kann man sich denn je erneuern?
schleppt man doch die zeit, die zeit,
ohne unterlass verbunden,
endlos bis zur ewigkeit.
(lach)
lebensstunden-altpapier, vid.-
film, foto-zeit-gebranntes
fein-verschlupftes, rausgetobtes,
wohl-gehütet, alt bekanntes,
ins gedächtnis eingebranntes,
auf den schultern aufgedrücktes,
auf der seele, auf dem herzen,
schwer im magen, licht verzücktes.
reines, aufgewecktes leben,
düster-rau gelebte stunden.
wo bist du erneuerbar,
was kann sich zu neuem runden?
(schluchz)
altes gegen neues tauschen -
soll ich gnadenlos vergessen?
was mich prägte, was mich formte,
bin ich wirklich so vermessen?
gierig wird dein lebensecho
von der tumben zeit verschlungen,
magst auch trendy, modisch sein,
eh du’s merkst ist es verklungen.
(ächz)
wie agierst du, lächelnd, träumend,
trotz des eitlen wenn und aber
neu–geformt, und neu–erfunden,
frei von jedem wenn und aber.
( ;-) )
ich zweifle, tag-und-nacht-gequält,
was sollen all die fragen,
würde ich wirklich hier und jetzt
die antwort denn ertragen?
(YES!!!)
also ergreife zaghaft ich
mein leben bei den händen,
und wische menetekelzeug
von den gedankenwänden.
© gabriele brunsch
Labels:haiku, non-haiku
gedicht von der Reinigung,
lyrik,
poesie
Sonntag, 8. Juli 2012
ZEIT GEDICHT
.
...während ich den zeitmangel als last spüre,
von ihm gequetscht, zerdrückt, geknechtet werde,
ist's so, als fräße mir die zeit die zeit vom leib.
ein monster, untier, dämon, giert und geifert,
stößt atemlos mich in gedankenleere.
nicht weiß, nicht schwarz umgibt mich's nichts.
so sitze ich, ermattet, ausgehöhlt und endlos müde.
nicht sind da zeichen jetzt,
nicht lausche ich hinein in diesen raum,
nichts lässt mich tasten, nichts verbinden,
nichts lächelt, nichts lässt mich verschwinden.
das nichts beginnt mich einzusaugen,
und hat mich längst schon ausgekotzt,
und hat mich längst schon ausgekotzt,
drückt bleiern schlaf auf meine augen.
hab ich dem ansturm nicht getrotzt?
hab meiner zeit den zahn gezeigt,
in den sie sich so hart verbiss,
mich tränenreich ins nichts ausließ?
in zeitnot heftig eingezwängt,
kann selbst der traum mich nicht entlasten,
denn schlaf ist schon ein kleiner tod,
und raubt mir rasend die sekunden,
raubt mir die welt, die lichterstunden,
die wellenströme, die mich reich erfüllen,
die bilderwelten, die den hunger stillen,
wie klang und duft, wie frühlingsluft,
getränkt von worten.
war mir die welt
nicht immer reich
war sie mir nicht
die amme, die mich trug und nährte
mich sanft ermahnend
aus dem dunkel zerrte
mit ihren
stahlgrundworten,
ohne wenn und aber,
mit ihren
stahlgrundklängen,
orchestral und breit,
mit ihren
stahlgrundbildern,
hab ich dem ansturm nicht getrotzt?
hab meiner zeit den zahn gezeigt,
in den sie sich so hart verbiss,
mich tränenreich ins nichts ausließ?
in zeitnot heftig eingezwängt,
kann selbst der traum mich nicht entlasten,
denn schlaf ist schon ein kleiner tod,
und raubt mir rasend die sekunden,
raubt mir die welt, die lichterstunden,
die wellenströme, die mich reich erfüllen,
die bilderwelten, die den hunger stillen,
wie klang und duft, wie frühlingsluft,
getränkt von worten.
war mir die welt
nicht immer reich
war sie mir nicht
die amme, die mich trug und nährte
mich sanft ermahnend
aus dem dunkel zerrte
mit ihren
stahlgrundworten,
ohne wenn und aber,
mit ihren
stahlgrundklängen,
orchestral und breit,
mit ihren
stahlgrundbildern,
stahlgrunddüften,
stahlgrundfesten zeitgedanken.
hätte ich hass zum wappnen,
doch den hab ich nicht.
fühlte ich neid und gier,
ich lebte anders, sicherlich.
hätte ich stolz,
kennte ich diese ängste nicht.
stahlgrundfesten zeitgedanken.
hätte ich hass zum wappnen,
doch den hab ich nicht.
fühlte ich neid und gier,
ich lebte anders, sicherlich.
hätte ich stolz,
kennte ich diese ängste nicht.
so sitz ich noch lebendig,
angenagt von zeit
zerschlissen fast,
doch kampfbereit,
denn nächtlich stählte mich das wort,
stählt' der gedanke,
stählte mich das licht
...
verzeiht
...
es stählte mich
...
die sucht
...
verzeiht
...
es stählte sehn-sucht mich
...
es stählte suchend mich
...
die liebe
...
...
...
zum
...
gedicht
.
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