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Dienstag, 7. Dezember 2010

rückblick

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weißt du, wie es war, liebster,

als wir des fliegens noch mächtig?
über die grenzen des ichs
ging es dahin,
schiffen gleich
die sich im licht des himmels
verschwindend
auflösen
und entziehn dem verharrenden blick...

der schweiß der pferde
war uns so fern
wie das keuchen der träger
und das knarren der tür,
die sich hinschiebt
über das gedächtnis der zeit.

winterlich schenken wir jetzt,
gefällt vor dem baum der erkenntnis,
einander nur zaghafte blicke
und weinen uns zu wie zecher,
die das grauen des morgens vereint.
so matt ist die seele...

wo, wenn schnee fällt

und frost die halme zersplittert,
ist jetzt die mutter, die mir den bratapfel füllt
- mit süßen rosinen -
und mich dann anschaut und lächelt,
wenn ich ihn esse, im warmen,
ich, das verlorene kind.


(aus meinem fundus der 80iger jahre)


Kommentare:

  1. tatsächlich
    in den 80ern geschrieben?
    es klingt nach jetzt
    nach hier und heute
    morgen

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  2. ...ich bin mehrmals aus dem leben aufgewacht... damals nicht zum ersten mal, aber so weit, dass ich diese erkenntnis benennen, in worten verdichten konnte...

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  3. Vielen Dank für den netten Kommentar in meinem Blog. Natürlich war ich neugierig auf den Verfasser, bzw. die Verfasserin und habe nachgeschaut.
    Ich bin fasziniert. Ich bin begeistert von dieser wunderbaren Lyrik.
    Gern schaue ich wieder herein.
    Eine schöne Adventszeit wünscht
    Gerti

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  4. Anonym13/12/10

    welch emotionale Intensität aus diesen Zeilen spricht...
    dies "Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt" als ewiges Auf und Ab der (Gefühs-)Welt..
    Finden, Verlieren und der Wunsch nach Geborgenheit...unsere ständige Begleiter...ein nicht alternder Text.

    Hans-Jürgen Göhrung

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  5. Wunderschöne Lyrik, die in meinen Augen niemals kitschig wird. Sehr gefühlvoll, ausdrucksstark und voller lebendiger Bilder. "Wir weinen uns zu wie Zecher": klasse!

    LG
    BeBa

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  6. @Gerti
    danke für deinen besuch...
    auch dein blog spricht mich sehr an...

    bis bald

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  7. @Hans-Jürgen
    du bist ein freund der kurzen lyrik, haiku, ich weiß... gerne lese ich deine verse.

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  8. @BerndBalder

    ...wie gut deine worte tun, sie ehren mich sehr... danke!

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  9. Sprachlich eindrucksvoll, berührend, von zeitloser Schönheit,danke.

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