von der Überschwemmung am Fluss
Über die Ufer geht der Fluss,
Wasserfluten lecken braunbrühig, verächtlich,
keuchend watet angstvoll der einsame Mann
vom Stall hin zum Haus,
ihm schlägt der bittere Schlick durch das Tor,
diesmal steigt's schneller, denkt er, und er friert.
Enten dümpeln im Buschwerk,
knietief hüpfen Kinder, passt auf, da sind Löcher überall.
Gierig warten die Luken und Spalten,
lichtloser Himmel, braunbrühig, teilnahmsleer,
und das Wasser steigt, denkt hinterm Vorhang die Frau,
fröstelnd setzt sie sich Tee auf.
Vergeblich, wieder ein Regen und gibt nicht nach,
Himmel und Flussbett, braunbrühig, verschlungen,
quellen tänzelnd vom Stall in die Betten,
zur Unzeit vereinigt und wild.
Wie ein Fluch ist's, der die Wände zerreißt,
denkt schaudernd und zitternd das Mädchen und weint.
Des nachts kriechen sie oben in feuchte Laken,
lauschen dem Blubbern und Glucksen,
nimmts ab oder schwillts, braunbrühig, finster,
sinken steinschwer in den todgleichen Schlaf.
Wie Treibgut gerettet die Habe,
Treibgut ich selber, denkt fiebernd der Jüngling, und schluchzt.
Wenn nur das Licht wäre und die Farben braunbrühig, stumpf,
könnte man denken die Welt sei schon tot, sei schon ersoffen,
aufgedunsen, zersetzt, in zerfasterten Lumpen,
von Fischen zerrupft ihre Haut.
von Fischen zerrupft ihre Haut.
Doch es steigt weiter, das Wasser, leckt in die Keller,
schneller als sonst, denkt die Greisin im Tor, und wendet sich ab..
2 Kommentare:
sehr schön braunbrühig der Text, besingt die wilden Hochwasser meiner Kindheit, vor der Haustür damals, heute weiter entfernt in Zeit und Raum
...in der tat ist bei uns im tal der teufel los. derzeit, hochstand... aber wir hatten auch schon wasser die bis an die fenster reichten, in der gasse fuhren die boote zum einkaufen ... teuflisch diese natürlichen drohgebärden... nässe und feuchtigkeit machen körper und seele krank.
herzlich
gabriele
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